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11Mai/20

BAFA Förde­rung »Heizen mit erneu­er­baren Ener­gien«

Seit Jahres­be­ginn gilt eine neue Richt­linie für die Förde­rung von »Heizen mit Erneu­er­baren Ener­gien«. Im Rahmen des soge­nannten Markt­an­reiz­pro­gramms zahlt das Bundesamt für Wirt­schaft und Ausfuhr­kon­trolle BAFA Zuschüsse für Maßnahmen im Bereich Heiz­technik.

Die in den letzten Jahren etablierte Förde­rung von Heizungs­maß­nahmen z.B. über das Programm KfW »Ener­gie­ef­fi­zient Sanieren« 151/​152 bzw. 430 ist seit Jahres­be­ginn vom BAFA über­nommen, erwei­tert und in den Zuschüssen wesent­lich erhöht worden. Die wich­tigsten Merk­male möchten wir Ihnen darstellen und wich­tige Doku­mente zur Verfü­gung stellen (siehe Seiten­ende). In Bestands­ge­bäuden werden folgende Anlagen geför­dert:

  • Solar­ther­mie­an­lagen
  • Biomas­se­an­lagen
  • effi­zi­ente Wärme­pum­pen­an­lagen
  • Erneu­er­bare Ener­gien Hybrid­hei­zungen (»EE-Hybride«)
  • Gas-Hybrid­hei­zungen

Wird für eine der oberen Anlagen eine Ölhei­zung ersetzt, wird zusätz­lich über ein »Ölaus­tausch­prämie« geför­dert. Auch in Neubauten ist eine Förde­rung möglich, aller­dings nicht für Gas-Hybrid­hei­zungen.

Welche Tech­niken werden nun wie geför­dert?
Um an die Zuschüsse zu gelangen, sind tech­ni­sche Mindest­an­for­de­rungen und weitere Rahmen­be­din­gungen einzu­halten, die im Einzel­fall zu prüfen sind. Dazu beraten wir gerne. Zudem müssen auch neue Bezeich­nungen wie »Gashy­brid« verstanden werden. Hier nur das Wich­tigste zum Verständnis sowie die Förder­sätze:
Solar­ther­mie­an­lagen
sind Solar­kol­lek­toren, die warmes Wasser für die Brauch­warm­was­ser­er­wär­mung oder Heizungs­un­ter­stüt­zung liefern.
Der Inves­ti­ti­ons­kos­ten­zu­schuss beträgt 35 %.
Biomas­se­an­lagen
sind z.B. Holz­pel­lets- oder Holz­hack­schnit­zel­an­lagen.
Der Inves­ti­ti­ons­kos­ten­zu­schuss beträgt 35 %, bei einem Ölhei­zungs­tausch 45%.
Wärme­pum­pen­an­lagen
bereiten Umwelt­wärme auf. Meist werden diese mit Strom betrieben, selten mit Gas.
Der Inves­ti­ti­ons­kos­ten­zu­schuss beträgt 35 %, bei einem Ölhei­zungs­tausch 45%.
Erneu­er­bare Ener­gien Hybrid­hei­zungen (»EE-Hybride«)
stellen eine Kombi­na­tion der oben gelis­teten Tech­niken dar. Einen gemein­samen Betrieb einer der Tech­niken Biomasse, Solar oder Wärme­pumpe heißt „biva­lentes System“.
Der Inves­ti­ti­ons­kos­ten­zu­schuss beträgt 35 %, bei einem Ölhei­zungs­tausch 45%.
„Gas-Hybrid­hei­zungen“
sind normale Gasbrenn­wert­hei­zungen, die mit einer erneu­er­baren Wärme­er­zeu­gung gekop­pelt werden. Die häufigste Kombi­na­tion ist die mit einer Solar­an­lage. „Rene­wable Ready“ bedeutet, dass eine Gasbrenn­wert­hei­zung geför­dert wird, wenn einer erneu­er­baren Wärme­er­zeu­gung inner­halb von 2 Jahren nach­ge­rüstet wird.
Geför­dert wird nur im Gebäu­de­be­stand, nicht im Neubau!
Der Inves­ti­ti­ons­kos­ten­zu­schuss beträgt 30 %, bei einem Ölhei­zungs­tausch 40%, „Rene­wable Ready“ mit 20%.

Details zum Verfahren
Wer wird geför­dert? Im Grunde genommen „alle“: Privat­per­sonen, Wohnungs­ei­gen­tür­mer­ge­mein­schaften, Kommunen etc., frei­be­ruf­lich Tätige, Unter­nehmen, sons­tige … gemein­nüt­zige …
Siehe dazu im Detail in der Richt­linie selber.
Die Antrag­stel­lung erfolgt grund­sätz­lich vor der Auftrags­er­tei­lung und digital über ein Portal beim BAFA. Wichtig dabei: „Förder­fähig sind nur Maßnahmen, mit denen zum Zeit­punkt der Antrag­stel­lung noch nicht begonnen worden ist. Als Vorha­ben­be­ginn gilt der Abschluss eines der Ausfüh­rung zuzu­rech­nenden Liefe­rungs- oder Leis­tungs­ver­trags. Planungs­leis­tungen dürfen vor Antrag­stel­lung erbracht werden. Maßgeb­lich ist das Eingangs­datum des Antrags beim BAFA.“

Was sind förder­fä­hige Kosten? Mehr als nur die Kosten für die eigent­liche Anlage!
Dies ist detail­liert in einem sepa­raten Doku­ment des BAFA gere­gelt.

ACHTUNG: Wenn Für Ihre alte Heizung eine Austausch­pflicht gem. Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung (EnEV) § 10 besteht, erhalten Sie keine Förde­rung. Verein­facht ausge­drückt wird es in diesem Sinne kritisch, wenn Ihre Heizung älter als 30 Jahre ist. Es gibt dazu aber weitere (Ausnahme-) Regeln. Dazu beraten wir gerne.

Kombi­na­tion mit weiteren Förder­pro­grammen
Die »Kumu­la­tion« – so die Förder­fach­sprache für die Kombi­nier­bar­keit – mit weiteren Förder­pro­grammen ist zulässig. Die wich­tigsten sind:

  • Ener­gie­ef­fi­zient Bauen“ (Programm­nummer 153)
  • Ener­gie­ef­fi­zient Sanieren“ – Ergän­zungs­kredit“ (Programm­nummer 167)

Nicht zulässig ist eine Kumu­lie­rung mit:

  • der Steu­er­ermä­ßi­gung für ener­ge­ti­sche Maßnahmen bei zu eigenen Wohn­zwe­cken genutzten Gebäuden (§ 35 c Einkom­mens­steu­er­ge­setz)
  • Ener­gie­ef­fi­zient Sanieren“ (151÷152 bzw. 430). Dies war in Teil­be­rei­chen bis Ende 2019 möglich. Aller­dings dürfen natür­lich die Effi­zi­enz­ver­bes­se­rungen durch die Anlagen bei der Berech­nung von Effi­zi­enz­haus­zielen berück­sich­tigt werden.

Das sind bei weitem noch nicht alle Programme, die bei der Altbau­sa­nie­rung, beim Neubau oder der Sanie­rung der Heizungs­an­la­gen­technik in Frage kommen. Die Kumu­lier­bar­keit ist zwar häufig möglich, folgt aber auch bestimmten Regeln. Im Rahmen von Ener­gie­be­ra­tungen werden Sie dazu ausführ­lich beraten, um Ihre Maßnahmen quali­tativ und förder­tech­nisch zu opti­mieren.

Das sind z.B. für Gebäude in Münster:

  • Das „Proges“-Programm des Landes NRW mit Zuschüssen für diverse Anla­gen­tech­niken (zum Beispiel 90 €/​qm Solar­kol­lek­tor­fläche)
  • Das neue Programm der Stadt Münster „Klima­freund­liche Wohn­ge­bäude, eben­falls mit Zuschüssen z.B. für Solar­kol­lek­toren etc.

Energie­beratung
Für die eigent­liche Antrags­stel­lung benö­tigen Sie einige Unter­lagen und Nach­weise von Ihrem Fach­un­ter­nehmer und vom Hersteller. Diese Details sowie viele andere Förder­vor­aus­set­zungen sind über­sicht­lich auf den Seiten des BAFA darge­stellt. Eine Energie­beratung oder einen sach­ver­stän­digen Ener­gie­be­rater benö­tigen Sie bei diesem Programm nicht zwin­gend. Damit könnte die Sache erle­digt sein und Sie erhalten hohe Zuschüsse.

Aber:

  • errei­chen Sie damit das Optimum an Förder­mit­teln?
  • Ist die Anlage sinn­voll in das Gesamt­ge­bäu­de­system einge­bunden?
  • Sind die Anla­gen­pa­ra­meter korrekt ausge­legt?
  • Welche Heizungs­technik ist die passende?
  • Sollten vorher flan­kie­rende Dämm­maß­nahmen durch­ge­führt werden?
  • Sind Sie hinrei­chend über die Betriebs­kosten einer neuen Anlage aufge­klärt? Bei Wärme­pum­pen­an­lagen beispiels­weise können die Betriebs­kosten (Strom) höher sein als bei einer alten unef­fi­zi­enten Ölhei­zungs­an­lage!

Ausgangs­punkt sollte immer eine unab­hän­gige Energie­beratung sein. Wir erklären Ihnen gerne die Vorge­hens­weise. Für die Förde­rung durch das BAFA ist dies nicht zwin­gend notwendig, aber ohne fundierte Kennt­nisse über Ihr Gebäude und Ihre Vorhaben ist keine Opti­mie­rung möglich. Das BAFA fördert die Bera­tung z.B. über die Programm Energie­beratung Wohn­ge­bäude bzw. Nicht­wohn­ge­bäude.

Hier stellen wir Ihnen wich­tige prin­zi­pi­elle Infor­ma­tionen zur Verfü­gung:

BAFA-Förderung 2020: Zuschusshöhen und Techniken
BAFA-Förde­rung 2020: Zuschuss­höhen und Tech­niken
01Mai/20
Zeichnung vom Umriss der Innenstadt Münster

Münster verbes­sert Förde­rung Altbau­sa­nie­rung und Neubauten

In der Stadt Münster tritt mit Wirkung zum 1. Mai 2020 eine neues Förder­pro­gramm »Klima­freund­liche Wohn­ge­bäude der Stadt Münster« in Kraft. Die jähr­liche Gesamt­för­der­summe ist gegen­über den Vorjahren auf 4,5 Millionen € verzehn­facht worden. Seit 20 Jahren liegt der Schwer­punkt der städ­ti­schen Förde­rung auf der Altbau­sa­nie­rung. Nun begüns­tigt die Stadt Münster auch Neubauten und die Instal­la­tion von Anlagen zur Nutzung erneu­er­barer Ener­gien. Damit wird das etablierte Förder­pro­gramm »Ener­gie­ein­spa­rung und Altbau­sa­nie­rung in der Stadt Münster« abge­löst und erwei­tert.

1. »Förder­bau­stein Altbau­sa­nie­rung«

Die etablierte Förde­rung von Dämm­maß­nahmen über gestaf­felte Zuschüsse pro Quadrat­meter verbes­serter Fläche der Gebäu­de­hülle bleibt erhalten. Die Anfor­de­rungen an die Dämm­qua­li­täten bleiben unver­än­dert – ebenso Zuschläge für ökolo­gi­sche Dämm­stoffe. Das Bonus­system für ganz­heit­liche Dämm­maß­nahmen wird erwei­tert. Neu sind Förde­rungen im Bereich der Anla­gen­technik wie Heizungs­aus­tauch­pau­schalen oder die Förde­rung einer Foto­voltaik­anlage bei gleich­zei­tiger Dach­däm­mung. Es werden nun auch neuere Gebäude geför­dert: Diese müssen vor dem 1. Januar 2002 bezugs­fertig gewesen sein – vorher galt der Stichtag 1. Januar 1995. Wegge­fallen ist die Größen­be­gren­zung auf Wohn­flä­chen in Eigen­heimen von unter 150 qm. Zusätz­lich kann ein vorzei­tiger Baube­ginn nun geneh­migt werden, sodass mit der Geneh­mi­gung keine Nach­teile für die Förder­mittel entstehen.

Die Kopp­lung an eine vorhe­rige unab­hän­gige Energie­beratung bleibt eben­falls bestehen: Es muss ein Gutachten nach den Krite­rien der BAFA-Energie­beratung für Wohn­ge­bäude erstellt werden.

Ebenso müssen bedarfs­ba­sierte Ener­gie­aus­weise vor und nach der Sanie­rung vorge­legt werden.

Insge­samt entstehen dem Antrags­steller nur geringe Kosten: Für ein typi­sches Einfa­mi­li­en­wohn­haus beträgt der zu tragende Eigen­an­teil etwa 350 €.

Anschlag auf Litfaßsäule für geförderte Altbausanierung Münster
Münster wirbt für geför­derte Altbau­sa­nie­rung

Ebenso müssen bedarfs­ba­sierte Ener­gie­aus­weise vor und nach der Sanie­rung vorge­legt werden.

Insge­samt entstehen dem Antrags­steller nur geringe Kosten: Für ein typi­sches Einfa­mi­li­en­wohn­haus beträgt der zu tragende Eigen­teil etwa 350 €.

Geför­dert werden (Auszüge):

  • Dämmung des Daches oder der obersten Geschoss­decke
  • Einbau neuer Fenster und Außen­türen
  • Außen­wand­däm­mung
  • Kern­däm­mung
  • Innen­wand­däm­mung
  • Dämmung der Keller­decke oder des untersten Geschoss­bo­dens
  • Heizungs­aus­tausch
  • Einbau ener­gie­spa­render Lüftungs­an­lagen
  • Einen Bonus gibt es für den Einsatz ökolo­gi­scher oder umwelt­freund­li­cher Dämm­stoffe
  • Eben­falls gibt es einen Bonus bei »ganz­heit­li­cher Gebäu­de­däm­mung«
  • Ein Lüftungs­kon­zept, eine Luft­dicht­heits­mes­sung und »die Opti­mie­rung des Heizungs­sys­tems über die Durch­füh­rung eines hydrau­li­schen Abgleichs« werden eben­falls bezu­schusst.

2. »Förder­bau­stein Effi­zienz im Neubau«

Große Verän­de­rungen gibt es bei dem Förder­bau­stein Neubau. Die bishe­rige Förde­rung der ener­ge­ti­schen Quali­täts­si­che­rung wurde auf 1100 € verdop­pelt. Zusätz­lich gibt es nun eine Förde­rung in Höhe von 21000 € für ein Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­haus oder 10000 € je Wohn­ein­heit, maximal jedoch 40000 € je Gebäude. Dazu muss der Trans­missions­wärme­ver­lust des Neubaus die Vorgaben der Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung EnEV um mindes­tens 40 Prozent unter­schreiten. In der KfW-Sprache würde dies ein Ener­gie­ef­fi­zi­enz­haus 45 darstellen, aber nur in Bezug auf den H’T (»Spezi­fi­scher Trans­mis­si­ons­wär­me­ver­lust­kof­fef­fi­zient« = Mittel­wert für die Dämm­qua­lität der Gebäu­de­hülle inkl. der Wärme­brü­cken), nicht den QP (»Primär­ener­gie­be­darf« = Umwelt­be­las­tung durch die Verwen­dung von Energie für Heizen und Brauch­warm­wasser). Eine Kumu­la­tion mit Förder­mit­teln der KfW ist ausdrück­lich nicht möglich.

Wenn das Land Nord­rhein-West­falen einem Haus­halt Wohn­raum­för­de­rung für ein neues Eigen­heim bewil­ligt, gibt es einen weiteren Zuschuss von 4000 €.

3. »Förder­bau­stein Erneu­er­bare Ener­gien«

Bisher wurden in der Richt­linie ledig­lich Foto­vol­ta­ik­an­lagen mit statio­nären Batte­rie­spei­cher­sys­temen geför­dert.

Nun soll auch der sinn­volle Einsatz erneu­er­barer Ener­gien zur Wärme­ver­sor­gung und der Ausbau der Foto­voltaik in Berei­chen, in denen die Förde­rung nach Erneu­er­bare-Ener­gien-Gesetz EEG nicht gut greift, vermehrt ange­stossen werden.

Die Maßnahmen sind sowohl an bestehenden als auch an neu zu errich­tenden Gebäuden förder­fähig.

Anschlag auf Litfaßsäule für geförderte Fotovoltaik in Münster
Münster fördert Foto­vol­ta­ik­an­lagen

Nun soll auch der sinn­volle Einsatz erneu­er­barer Ener­gien zur Wärme­ver­sor­gung und der Ausbau der Foto­voltaik in Berei­chen, in denen die Förde­rung nach Erneu­er­bare-Ener­gien-Gesetz EEG nicht gut greift, vermehrt ange­stossen werden.

Die Maßnahmen sind sowohl an bestehenden als auch an neu zu errich­tenden Gebäuden förder­fähig.

Kombi­na­tion mit weiteren Förder­pro­grammen

Die »Kumu­la­tion« – so die Förder­fach­sprache für die Kombi­nier­bar­keit – mit vielen weiteren Förder­pro­grammen ist zulässig. Die wich­tigsten sind:

  • »Ener­gie­ef­fi­zient Sanieren« der KfW (151÷152 oder 430) mit Tilgungszuschüssen/​Zuschüssen ab 20 Prozent
  • »Erneu­er­bare Ener­gien« vom BAFA mit Zuschüssen von 20 Prozent bis 45 Prozent
  • »Proges« des Landes NRW mit Zuschüssen für diverse Anla­gen­tech­niken (zum Beispiel 90 €/​qm Solar­kol­lek­tor­fläche)

Das sind bei weitem noch nicht alle Programme, die bei der Altbau­sa­nie­rung, beim Neubau oder der Sanie­rung der Heizungs­an­la­gen­technik in Frage kommen. Die Kumu­lier­bar­keit ist zwar häufig möglich, folgt aber auch bestimmten Regeln. Im Rahmen von Ener­gie­be­ra­tungen werden Sie dazu ausführ­lich beraten, um Ihre Maßnahmen quali­tativ und förder­tech­nisch zu opti­mieren.

Energie­beratung ist wichtig

Ausgangs­punkt sollte immer eine Energie­beratung sein. Wir erklären Ihnen die Vorge­hens­weise und die Förde­rung unsere Leis­tungen. Für die Förde­rung durch die Stadt Münster ist diese zwin­gend notwendig, und die KfW empfiehlt die vorhe­rige Energie­beratung eben­falls. Ohne fundierte Kennt­nisse über Ihr Gebäude und Ihre Vorhaben, die mit der Bera­tung erlangt werden, ist keine Opti­mie­rung möglich.

Das Planungs­büro ENTECH erläu­tert gerne die Richt­linie. Einen ersten Über­blick, der auch die Verän­de­rungen gegen­über der alten Richt­linie über­sicht­lich darstellt, finden Sie hier in der Gegen­über­stel­lung.

Als zerti­fi­zierte Experten für Ener­gie­effi­zienz leiten wir Sie durch das Antrags­ver­fahren und leisten die Energie­beratung, die teils in diesem Förder­pro­gramm zwin­gend vorge­schrieben ist.

Hier stellen wir Ihnen wich­tige Antrags­un­ter­lagen zur Verfü­gung:

Gegenüberstellung der alten und neuen Richtlinie
Über­sicht­liche Gegen­über­stel­lung der alten und neuen Richt­linie
16Apr/20
BAFA Hauptgebäude

Förder­mittel Ener­gie­effi­zienz und Fristen Ener­gie­audit

Das Bundes­wirt­schafts­mi­nis­te­rium verspricht, Förder­mittel in der aktu­ellen Krise durch das Coro­na­virus nicht umzu­schichten: »Die Haus­halts­mittel für unsere bestehenden Förder­pro­gramme im Bereich Ener­gie­effi­zienz und erneu­er­bare Ener­gien bleiben unver­än­dert gesi­chert«, heißt es in einem Rund­schreiben, »hierzu zählt insbe­son­dere die Bundes­för­de­rung für Ener­gie­effi­zienz in der Wirt­schaft – Zuschuss, Kredit und Förder­wett­be­werb.« Das Minis­te­rium kündigt außerdem an, die Pflicht für ein Ener­gie­audit nach DIN EN 16247–1 in der nächsten Zeit nicht zu über­prüfen: »Das BAFA wird daher Unter­nehmen, die ihr Ener­gie­audit aufgrund der Corona-Pandemie nicht frist­ge­recht durch­führen können, nicht sank­tio­nieren.«

Nach wie vor gehört aller­dings eine Vor-Ort-Bege­hung zu einem Ener­gie­audit: »Somit ist das Ener­gie­audit erst voll­ständig abge­schlossen, wenn auch die Vor-Ort-Bege­hung durch­ge­führt wurde«, infor­miert das Bundesamt für Wirt­schaft und Ausfuhr­kon­trolle BAFA auf seiner Website.

Wie zuvor ist es also möglich, Anträge für die Förder­pro­gramme zur Ener­gie­effi­zienz zu stellen. Die gesamten vorge­se­henen Förder­mittel sollen nicht in die Corona-Hilfs­pa­kete fließen: »Denn unsere inves­tiven Förder­pro­gramme leisten einen wich­tigen Beitrag zur Stabi­li­sie­rung der Konjunktur in Deutsch­land, der gerade vor dem Hinter­grund der abträg­li­chen wirt­schaft­li­chen Wirkungen der Corona-Pandemie unver­än­dert weiter aufrecht erhalten bleiben soll«, erklärt Abtei­lungs­leiter Thorsten Herdan aus dem Minis­te­rium.

Die derzei­tigen Belas­tungen recht­fer­tigten Verspä­tungen bei anste­henden Ener­gie­au­dits, ist im Rund­schreiben zu lesen: »Im Rahmen seines Ermes­sens­spiel­raums wird das BAFA viel­mehr von einem unver­schul­deten Frist­ver­säumnis ausgehen.« Unter­nehmen sind nicht mal verpflichtet, die Verzö­ge­rung dem BAFA anzu­kün­digen. Entgegen der bishe­rigen Praxis kontrol­liert das BAFA nicht durch Stich­proben, ob die betrof­fenen Nicht-KMU pünkt­lich ihr Ener­gie­audit durch­führen. Aller­dings können sich diese Unter­nehmen nicht befreien lassen: Nach der Krise müssen sie das Audit oder Reaudit nach­holen. Das BAFA wird recht­zeitig auf seiner Website »eine ange­mes­sene Frist« setzen und dann eine indi­vi­du­elle Begrün­dung für eine Verzö­ge­rung verlangen – zum Beispiel »wegen Coro­na­krise kein Betre­tungs­recht durch Externe«, formu­liert das BAFA auf seinen Internet-Seiten.

Etwas mehr Aufwand ist mit einem laufenden Ener­gie­audit verbunden, falls betrieb­liche Einschrän­kungen durch das Coro­na­virus einst­weilen die notwen­dige Vor-Ort-Bege­hung verhin­dern. Eine Doku­men­ta­tion für den Aufschub könne erläu­tern, ob etwa »begrün­dete Verdachts­fälle bestanden, der Betrieb komplett oder für Externe (Ener­gie­au­di­toren) geschlossen wurde oder es aus anderen Gründen nicht möglich war, dem Geschäfts­be­trieb normal nach­zu­gehen« – so das BAFA auf der Website: »Je ausführ­li­cher die Doku­men­ta­tion ist, desto hilf­rei­cher ist es für die Beur­tei­lung.« Wenn das Unter­nehmen »die Corona-bedingte Ausnah­me­si­tua­tion« über­wunden hat, muss es die Vor-Ort-Bege­hung »unver­züg­lich« nach­ziehen.

Auch unter den unge­wöhn­li­chen Umständen berät das Planungs­büro ENTECH zuver­lässig über Förder­mittel für ener­ge­ti­sche Maßnahmen – über die verän­derten Abläufe infor­miert ein eigener Artikel. In diesem geson­derten Beitrag ist ebenso zu erfahren, wie die Ener­gie­be­rater Sie beim Ener­gie­audit und bei der Vor-Ort-Bege­hung unter­stützen.

15Mrz/20
Anstecknadel NRW

Förder­pro­gramm »progres.nrw – Markt­ein­füh­rung« beendet Pause

Nach einer drei­mo­na­tigen Pause nimmt die Bezirks­re­gie­rung Arns­berg wieder Förder­an­träge für das landes­weit geltende Programm »progres.nrw – Markt­ein­füh­rung« an: Seit Februar warten Zuschüsse für den Einsatz moderner Technik zum Klima­schutz. Frei­be­rufler, Gemeinden, kommu­nale Einrich­tungen, Privat­per­sonen und Unter­nehmen erhalten diese Zuwen­dungen für Maßnahmen zur Ener­gie­effi­zienz.

Unter dem Dach des Förder­pro­gramms »progres.nrw« gilt für den Schwer­punkt »Markt­ein­füh­rung« eine eigene Richt­linie, die »Tech­niken zur Nutzung uner­schöpf­li­cher Ener­gie­quellen und der ratio­nellen Ener­gie­ver­wen­dung« auf dem Markt durch­setzen soll. In Nord­rhein-West­falen sinkt durch dieses Förder­pro­gramm der eigene Aufwand für eine Gebäu­de­sa­nie­rung oder eine Nach­rüs­tung ener­gie­spa­render Anlagen.

Unter­stüt­zung über »progres.nrw – Markt­ein­füh­rung« ist möglich für:

  1. Lüftungs­an­lagen und Lüftungs­ge­räte mit Wärme­rück­ge­win­nung
  2. gewerb­liche Anlagen zur Verwer­tung von Abwärme
  3. ther­mi­sche Solar­an­lagen
  4. statio­näre elek­tri­sche Batte­rie­spei­cher in Verbin­dung mit einer neu zu errich­tenden Foto­voltaik­anlage – geför­dert wird seit Mitte März 2020 der Batte­rie­spei­cher und das zum Betrieb erfor­der­liche Batte­rie­ma­nage­ment­system
  5. Wasser­kraft­an­lagen
  6. Wärme­über­ga­be­sta­tionen
  7. Biomas­se­an­lagen in Verbin­dung mit einer ther­mi­schen Solar­an­lage
  8. Wärme- und Kälte­spei­cher
  9. Wärme- und Kälte­netze
  10. ober­flä­chen­nahe Geothermie – Bohrungen und Erdwär­me­kol­lek­toren
  11. Anlagen, Maßnahmen und Studien, an denen beson­deres Landes­in­ter­esse besteht
  12. Wohn­ge­bäude im Passiv­haus-Stan­dard einschließ­lich Lüftungs­an­lagen
  13. Wohn­ge­bäude im Drei-Liter-Haus-Stan­dard einschließ­lich Lüftungs­an­lagen
Mann in Schutzkleidung macht Notizen vor Anlage zur Abwärmenutzung
Anlage zur Abwär­me­nut­zung
Blick auf Baustelle einer Gebäudesanierung zum Passivhaus
Sanie­rung zum Passiv­haus

Die Bezirks­re­gie­rung Arns­berg als verant­wort­liche Behörde für ganz NRW weist darauf hin, dass die Vorschriften genau zu beachten sind. So darf ein Antrag­steller erst loslegen, wenn er den Bewil­li­gungs­be­scheid in Händen hält: Bereits der Vertrags­ab­schluss über den Kauf oder die Instal­la­tion einer Anlage markiert die zeit­liche Grenze, sodass die Kunden eine Reihen­folge für ihre Entschei­dungen fest­legen sollten. Spätes­tens am 20. November 2020 muss der Förder­an­trag der Bezirks­re­gie­rung Arns­berg vorliegen: Danach ruht »progres.nrw – Markt­ein­füh­rung« erneut für einige Wochen oder Monate.

Ande­rer­seits erleich­tert progres.nrw die Kosten­pla­nung, zumal dieses Förder­pro­gramm mit Mitteln vom Bundesamt für Wirt­schaft und Ausfuhr­kon­trolle BAFA und von der KfW Banken­gruppe kombi­niert werden kann – so lange die Summe der Zuwen­dungen nicht die Ausgaben für das Projekt über­schreitet. Außerdem ist eine Baga­tell­grenze einzu­halten: Die Förde­rung nach progres.nrw entfällt, falls das Vorhaben weniger als 350 € kostet. Geld aus progres.nrw fließt ledig­lich für Maßnahmen in Nord­rhein-West­falen. Eine Repa­ratur, Ersatz­maß­nahme, Ersatz­teil­be­schaf­fung sowie eine gesetz­lich vorge­schrie­bene oder behörd­lich ange­ord­nete Maßnahme ist von dieser Förde­rung ausge­schlossen. Nicht­pri­vate Antrag­steller müssen Förder­höchst­grenzen der EU und De-minimis-Regeln einhalten.

In einer Pres­se­mit­tei­lung betrachtet das NRW-Wirt­schafts­mi­nis­te­rium das Förder­pro­gramm als Erfolg: »Die Anzahl der bewil­ligten Zuwen­dungs­be­scheide ist von etwas über 7000 im Jahr 2017 auf über 8000 im Jahr 2018 ange­stiegen.« Im Jahr 2019 sei eine Gesamt­för­der­summe von rund 23,5 Millionen € für insge­samt 8700 Anträge ausge­schüttet worden, heißt es ein Jahr später. Das Minis­te­rium nennt geother­mi­sche Bohrungen, Batte­rie­spei­cher, Wohnungs­lüf­tungs­an­lagen und solar­ther­mi­sche Anlagen als bishe­rige Schwer­punkte von »progres.nrw – Markt­ein­füh­rung«.

Das Planungs­büro ENTECH infor­miert gerne über die Details und die Hürden von »progres.nrw – Markt­ein­füh­rung«. Vorab bietet der prak­ti­sche Förder.Navi der EnergieAgentur.NRW einen Über­blick von Förder­pro­grammen des Bundes und des Landes Nord­rhein-West­falen.

14Feb/20
Mehrfamilienhaus mit Sanierungsbedarf

BAFA Zuschüsse steigen für Energie­beratung Wohn­ge­bäude

Unter dem Strich werden Ener­gie­be­ra­tungen für Wohn­ge­bäude güns­tiger etwa für Eigen­tümer, Wohnungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaften und Pächter: Die Bundes­för­de­rung für Energie­beratung für Wohn­ge­bäude (EBW) ist zum 1. Februar gestiegen. Das Bundesamt für Wirt­schaft und Ausfuhr­kon­trolle BAFA erhöht den Zuschuss für Ener­gie­be­ra­tungen bei Wohn­ge­bäuden (Vor-Ort-Bera­tung, indi­vi­du­eller Sanie­rungs­fahr­plan) von 60 Prozent auf 80 Prozent des anfal­lenden Hono­rars vom Ener­gie­be­rater.

Für ein Einfa­mi­lien- oder Zwei­fa­mi­li­en­haus liegt die Ober­grenze bei 1300 €: Damit fließen bis zu 500 € mehr für diese Art der Förde­rung. Ab drei Wohn­ein­heiten unter­stützt das BAFA die Energie­beratung mit maximal 1700 € statt bisher 1100 €.

Wenn der quali­fi­zierte Ener­gie­be­rater den Bericht und einen zuge­hö­rigen Sanie­rungs­fahr­plan auf einer Wohnungs­ei­gen­tü­mer­ver­samm­lung erläu­tert, bietet das BAFA eine einma­lige Zuwen­dung von höchs­tens 500 €. Diese Präsen­ta­tion soll den Eigen­tü­mern helfen, ihre unter­schied­li­chen Inter­essen mitein­ander abzu­stimmen und die passende Moder­ni­sie­rung ihres Wohn­ge­bäudes zu verein­baren.

Der Eigen­an­teil für die Energie­beratung kann durch zusätz­liche Förde­rungen von Kommunen oder Bundes­län­dern auf zehn Prozent des Hono­rars schrumpfen – dieser Rest ist immer aus eigener Tasche zu zahlen.

Damit das BAFA die Förde­rung geneh­migt, muss das Wohn­ge­bäude in Deutsch­land liegen und der Bauan­trag vor mindes­tens zehn Jahren gestellt worden sein – damit ersetzt der neue Zeit­rahmen die bislang feste Datums­grenze des Bauan­trags 31. Januar 2002. Zudem müssen Kleine und Mitt­lere Unter­nehmen KMU die Leis­tungen für die Energie­beratung auf ihre soge­nannten De-Minimis-Beihilfen anrechnen lassen. Größere Unter­nehmen nach EU-Defi­ni­tion sind von dieser Förde­rung ausge­schlossen. Hingegen können Einrich­tungen für gemein­nüt­zige, mild­tä­tige oder kirch­liche Zwecke ebenso die Vor-Ort-Bera­tung nutzen.

Nach dem Auftrag für die Vor-Ort-Bera­tung stellt der Ener­gie­be­rater den Förder­an­trag im Namen des Kundens, auf den also kein zusätz­li­cher Stress durch Formu­lare wartet. Die Abrech­nung läuft ähnlich unbü­ro­kra­tisch: Eine Vorleis­tung für das Gesamt­ho­norar entfällt – es ist ledig­lich der Eigen­an­teil zu über­weisen. Der Ener­gie­be­rater erhält den Zuschuss direkt vom BAFA, nachdem er seine Aufgaben erle­digt hat.

Sanierungsbedürftiges Zweifamilienhaus mit Flecken und Algenbewuchs auf dem hellen Putz
Vor-Ort-Bera­tung liefert Hinweise für sinn­volle Sanie­rung

Die Vor-Ort-Bera­tung geht weit über die Erhe­bungen für einen Ener­gie­aus­weis hinaus: Sie führt zu detail­lierten Infor­ma­tionen und Vergleichs­mög­lich­keiten, um den Ener­gie­ver­brauch nach­voll­ziehen und bewerten zu können. Auf Basis einer umfas­senden Bestands­auf­nahme erfährt der Kunde, wie er sein Wohn­ge­bäude in ein KfW-Effizienz­haus umge­stalten kann. Alter­nativ kann er einen indi­vi­du­ellen Sanie­rungs­fahr­plan zur Opti­mie­rung der Ener­gie­effi­zienz erhalten – mit diesen Vorschlägen lassen sich sinn­volle Maßnahmen zur ener­ge­ti­schen Sanie­rung Schritt für Schritt erle­digen.

Die Vor-Ort-Bera­tung hilft, kein Geld für ineff­zi­ente Arbeiten am Wohn­ge­bäude zu verschwenden. Dabei weist der Ener­gie­be­rater auf KfW-Förder­pro­gramme etwa zur Sanie­rung (beson­ders Programme 151 und 430) oder zur quali­täts­si­chernden Baube­glei­tung hin. Bei der Baube­glei­tung (Programm 431) über­nimmt die KfW bis zu 4000 € von der Hälfte der Kosten eines Experten für Ener­gie­effi­zienz.

Indes exis­tiert keine Pflicht, anschlie­ßend die vorge­schla­genen Maßnahmen durch­zu­führen. Doch wenn der Bauherr Zuschüsse oder Kredite für solch ein Vorhaben bean­sprucht, empfiehlt die KfW eine Vor-Ort-Bera­tung für den Einstieg in das Projekt. Ohnehin ist zum Beispiel in Münster diese Energie­beratung für Wohn­ge­bäude vorge­schrieben, damit die Stadt weitere Zuschüsse bewil­ligt.

Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf: Zusammen mit Ihnen erstellen wir den Fahr­plan zu effi­zi­enten Maßnahmen und opti­malen Förder­mit­teln.

08Jan/20
Alte Fenster mit beschädigten und schmutzigen Rahmen

KfW-Förde­rung für Ener­gi­ef­fi­zienz bei Gebäuden 2020

Die KfW hat veröf­fent­licht, welche erheb­li­chen Verbes­se­rungen bei den Förder­pro­grammen für Gebäude ab 24. Januar 2020 gelten.

Erhö­hung von Zuschüssen/​Tilgungszuschüssen

Bei der Sanie­rung von Wohn­ge­bäuden erhöht die KfW in der Kredit­va­ri­ante (151, 152) den Tilgungs­zu­schuss um 12,5 Prozent­punkte und in der Zuschuss­va­ri­ante (430) den Inves­ti­ti­ons­zu­schuss um 10,0 Prozent­punkte. Die Tilgungs­zu­schüsse (153) für den Neubau von Wohn­ge­bäuden steigen um 10,0 Prozent­punkte.

Bei Nicht­wohn­ge­bäuden (277, 278 etc.) werden die Tilgungs­zu­schüsse in der Sanie­rung von KfW-Effi­zi­enz­ge­bäuden um 10,0 Prozent­punkte erhöht, für Einzel­maß­nahmen um 15 Prozent­punkte. Beim Neubau von Nicht­wohn­ge­bäuden (276 etc.) bleiben die Tilgungs­zu­schüsse (leider) unver­än­dert.

Diese Ände­rungen gelten für Anträge, die ab dem 24.01.2020 bei der KfW eingehen (Wohn­ge­bäude) bezie­hungs­weise zuge­sagt werden (Nicht­wohn­ge­bäude).

Erhö­hung von Zuschüssen/​Tilgungszuschüssen

Die Förder­höchst­be­träge werden für Wohn­ge­bäude auf 120.000 € pro Wohn­ein­heit erhöht.

Diagramm »Energieeffizient Sanieren (Nichtwohngebäude) Förderstufen«
Ände­rungen bei Nicht­wohn­ge­bäuden in der Sanie­rung Bild: KfW
Diagramm »Energieeffizient Bauen (Wohngebäude) Förderstufen«
Ände­rungen bei Neubauten (Wohn­ge­bäude) Bild: KfW
Diagramm »Energieeffizient Sanieren: Kredit und Zuschuss (Wohngebäude) Förderstufen«
Ände­rungen bei Wohn­ge­bäuden in der Sanie­rung Bild: KfW

Quelle und Link zu weiteren Details: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/EBS-2020

Ein erster Kommentar: Das sind für dieje­nigen, die sanieren oder neu bauen möchten, erheb­liche Verbes­se­rungen! Es ist zu vermuten, dass in den nächsten Tagen weitere Details dazu veröf­fent­lich werden, zum Beispiel ange­passte Merk­blätter.

Kontak­tieren Sie uns: Wir beraten Sie gerne spezi­fisch für Ihr Vorhaben und versorgen Sie mit Infor­ma­tionen.

18Okt/19
Alte Fenster mit beschädigten und schmutzigen Rahmen

Bundes­re­gie­rung will Steu­er­vor­teile für Sanie­rungen in Gesetz schreiben

Die Bundes­re­gie­rung hat Mitte Oktober beschlossen, ener­ge­ti­sche Sanie­rungen von selbst genutzten Wohn­ge­bäuden ab 1. Januar 2020 steu­er­lich zu fördern. Die bishe­rigen Kredit- und Zuschuss­pro­gramme sollen weiter laufen und alter­nativ zur Verfü­gung stehen.

Die Ände­rung im Steu­er­recht gehört zu den Reformen des »Klima­schutz­pro­gramms 2030«: Bereits Ende September enthielten die ersten »Eckpunkte« das Ziel, dass »Gebäu­de­be­sitzer aller Einkom­mens­klassen« ihre Aufwen­dungen für Sanie­rungen steu­er­lich absetzen können. Jetzt will die Bundes­re­gie­rung das Einkom­men­steu­er­ge­setz für »zu eigenen Wohn­zwe­cken genutzte Gebäude« ergänzen, sofern sie mindes­tens zehn Jahre alt sind.

Danach können künftig 20 Prozent der Gesamt­kosten für mehrere Einzel­maß­nahmen von der Steu­er­schuld abge­zogen werden – maximal 40.000 Euro pro Objekt, über drei Jahre nach festen Prozent­sätzen verteilt. Die Arbeiten müssen vor dem 1. Januar 2030 abge­schlossen werden. Aber »Voll­sa­nie­rungen sind mit dem Instru­ment der Steu­er­ermä­ßi­gung nicht abge­deckt«, kriti­sierte die Verbrau­cher­zen­trale Bundes­ver­band vzbv einen früheren Refe­ren­ten­ent­wurf aus dem Finanz­mi­nis­te­rium.

Als steu­er­lich abzugs­fä­hige Einzel­maß­nahmen gelten:

  1. Wärme­däm­mung von Wänden
  2. Wärme­däm­mung von Dach­flä­chen
  3. Wärme­däm­mung von Geschoss­de­cken
  4. Erneue­rung der Fenster oder Außen­türen
  5. Erneue­rung oder Einbau einer Lüftungs­an­lage
  6. Erneue­rung der Heizungs­an­lage
  7. Einbau von digi­talen Systemen zur ener­ge­ti­schen Betriebs- und Verbrauchs­op­ti­mie­rung
  8. Opti­mie­rung bestehender Heizungs­an­lagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind

Der Para­graf zur ener­ge­ti­schen Gebäu­de­sa­nie­rung schließt Eigen­leis­tungen aus: »Voraus­set­zung für die Förde­rung ist, dass die jewei­lige ener­ge­ti­sche Maßnahme von einem Fach­un­ter­nehmen ausge­führt wurde«. Welche Anfor­de­rungen solch ein Fach­un­ter­nehmen erfüllen muss und welchen Stan­dards die Einzel­maß­nahmen folgen – das soll bald eine Verord­nung klären, damit die steu­er­li­chen Regeln der geplanten Bundes­för­de­rung für effi­zi­ente Gebäude BEG entspre­chen.

Lustige Figuren Handwerker
Sanie­rung steu­er­lich absetzen nur bei Einsatz von Fach­un­ter­nehmen Bild: Alexas_​Fotos | Pixabay

Diese Verord­nung könnte nicht weit genug reichen, befürchtet die Verbrau­cher­zen­trale. Sie forderte in ihrer Stel­lung­nahme beim Finanz­mi­nis­te­rium: »Darüber hinaus muss sicher­ge­stellt werden, dass die durch­ge­führten Maßnahmen bautech­nisch bezie­hungs­weise ener­gie­tech­nisch sinn­voll sind«. Mehrere Maßnahmen für ein Gebäude müssten aufein­ander abge­stimmt werden, so die vzbv: Ein Experte außer­halb des Fach­un­ter­neh­mens solle sie vorab »durch eine unab­hän­gige Bera­tung als geeignet bestä­tigen«. Ob die ange­kün­digte Verord­nung diese vorge­schal­tete Bera­tung verlangen wird, bleibt bislang offen.

Über eine zusätz­liche Baube­glei­tung meint der Bundes­ver­band der Gebäu­de­en­er­gie­be­rater, Inge­nieure, Hand­werker GIH auf Twitter: »#Ener­gie­be­rater muss bei Einzel­maß­nahmen  (über KfW und steuerl. Abschrei­bung) durch Baube­glei­tung invol­viert bleiben. So wird mehr & besser saniert.«

Das Deut­sche Ener­gie­be­rater-Netz­werk DEN erläu­tert in einer Pres­se­mit­tei­lung die aktu­elle Situa­tion: »Bereits heute können quali­fi­zierte Hand­werks­un­ter­nehmen Einzel­maß­nahmen im KfW-Programm gleich­zeitig ausführen und Bestä­ti­gungen für eine Förde­rung erstellen«. Private Bauherren profi­tierten laut DEN von einer »Baube­glei­tung durch unab­hän­gige Experten«, die bis jetzt über die KfW geför­dert werde.

In einem News­letter bestä­tigt das Wirt­schafts­mi­nis­te­rium, dass die Reform ausschließ­lich Einzel­maß­nahmen betreffe: »Die komplette Sanie­rung von Gebäuden zu soge­nannten Effi­zi­enz­häu­sern (solche mit beson­ders geringem Ener­gie­be­darf) wird auch weiterhin nur über die inves­tiven Gebäu­de­pro­gramme des BMWi geför­dert«.

Dagegen protes­tieren neun Verbände wie die Bundes­ar­chi­tek­ten­kammer, DEN, GIH und Verbrau­cher­zen­trale. In einem gemein­samen »Appell an das Bundes­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Energie« meinen sie, dass die Einschrän­kung »umfas­sende Gesamt­sa­nie­rungen schlechter« stelle und somit stär­keren Einsatz für den Klima­schutz bestrafe: Statt­dessen sollten demnächst ebenso »Moder­ni­sie­rungen auf Effizienz­haus-Niveau – alter­nativ zu den KfW-Programmen und mit den glei­chen Anfor­de­rungen und Förder­höhen – steu­er­lich geför­dert werden«.

Neun Logos von Interessenvertretungen zur Energieberatung
Orga­ni­sa­tionen fordern Korrek­turen für Wohn­ge­bäude im Klima­schutz­pro­gramm

In der Pres­se­mit­tei­lung seines Netz­werks erwartet Hermann Danne­cker aus dem DEN-Vorstand, dass die kommende Rechts­ver­ord­nung der Bundes­re­gie­rung zu deut­li­chen Verbes­se­rungen führe: Er hofft auf »seriöse, lang­fris­tige Rand­be­din­gungen«, die wiederum »hohe Konti­nuität und Plan­bar­keit erlauben und dem Ziel des klima­scho­nenden Sanie­rens gerecht werden«.

Das Planungs­büro ENTECH hat den Eindruck gewonnen, dass die Diskus­sion über Gebäu­de­sa­nie­rungen im »Klima­schutz­pro­gramm 2030« nicht genü­gend eine vorge­schal­tete Energie­beratung aufgreift: Eine Baube­glei­tung hilft Gebäu­de­be­sit­zern bei der Umset­zung. Aber eine recht­zei­tige Koor­di­na­tion von Maßnahmen durch eine Energie­beratung führt dazu, dass mehr Maßnahmen als geplant reali­siert werden und der Kunde schließ­lich die laufenden Kosten stärker als erwartet senken kann. Zudem erfolgt eine Förder­mit­tel­op­ti­mie­rung im Rahmen der Bera­tung. Die Stadt Münster hat in ihrem eigenen Förder­pro­gramm gute Erfah­rungen gemacht, zur Bewil­li­gung einer Förde­rung zur Altbau­sa­nie­rung eine unab­hän­gige BAFA-Energie­beratung zu verlangen.

01Okt/19
Gebäude mit Gerüst für Sanierung

Neukon­zep­tion der Förde­rung für Ener­gi­ef­fi­zienz bei Gebäuden

Die Bundes­re­gie­rung kündigt Steu­er­erleich­te­rungen für die ener­ge­ti­sche Sanie­rung von Gebäuden an, zum Beispiel für den Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Außen­wänden. Außerdem fasst sie mehrere Förder­pro­gramme zur neuen »Bundes­för­de­rung für effi­zi­ente Gebäude BEG« zusammen. Dadurch soll die Belas­tung mit büro­kra­ti­schen Pflichten schwinden: »Es wird nur noch ein Antrag für Effi­zi­enz­maß­nahmen und Erneu­er­bare Ener­gien genügen«, ist in den »Eckpunkten für das Klima­schutz­pro­gramm 2030« vom 20. September 2019 zu lesen. Künftig fließen durch die BEG höhere Beträge an mehr Empfänger, und eine Prämie für den Austausch von Heizungen wird einge­führt.

Alter­nativ zu den Zuschüssen können »Gebäu­de­be­sitzer aller Einkom­mens­klassen« den Steu­er­abzug wählen und damit »glei­cher­maßen von der Maßnahme profi­tieren«, heißt es in den Eckpunkten. Als steu­er­lich rele­vant gelten »Einzel­maß­nahmen, die auch von der KfW als förder­würdig einge­stuft sind«.

Die BEG löst bishe­rige Förder­pro­gramme wie das »CO2-Gebäu­de­sa­nie­rungs­pro­gramm« ab. Wer solche Zuschüsse gegen­über der Unter­stüt­zung über die Steuern bevor­zugt, kann mit einem zehn Prozent­punkte höheren Förder­satz für Einzel­maß­nahmen wie auch für Effi­zi­enz­haus­stufen rechnen. Aus den derzei­tigen Zuschüssen zum Beispiel im Programm 430 »Ener­gie­ef­fi­zient Sanieren« würden sich dann etwa die erhöhten Zuschüsse ergeben:

aktuellkünftig
Einzel­maß­nahmen10%20%
Effizienz­haus 11515%25%
Effizienz­haus 5530%40%

Andreas Kuhl­mann, Vorsit­zender der Geschäfts­füh­rung der »Deut­schen Energie-Agentur dena«, sagt über die Rege­lungen: »Eine einfache, attrak­tive steu­er­liche Förde­rung von Sanie­rungs­maß­nahmen als Alter­na­tive zur Kredit­för­de­rung sowie eine Anhe­bung der Förde­rung in den bishe­rigen Programmen war über­fällig«.

Konventionelle Ölheizung in Blau mit Boiler

Ebenso will die Bundes­re­gie­rung den Einbau von Ölhei­zungen ab 2026 verbieten – »in Gebäuden, in denen eine klima­freund­li­chere Wärme­er­zeu­gung möglich ist«. Bereits jetzt will das Klima­ka­bi­nett ältere Ölhei­zungen zurück­drängen und dazu 40 Prozent der Kosten für den Wechsel auf andere Anlagen bezu­schussen.

Die »Austausch­prämie« soll Eigen­tümer moti­vieren, mit fossilen Brenn­stoffen wie Öl laufende Heizungen durch moder­nere Systeme zu ersetzen. Ziel ist die »Umstel­lung auf erneu­er­bare Wärme, oder, wo dies nicht möglich ist, auf effi­zi­ente hybride Gashei­zungen, die anteilig Erneu­er­bare Ener­gien einbinden«.

Bild: Konven­tio­nelle Ölhei­zung. Wusel007 | Lizenz CC BY-SA 3.0

Andreas Kuhl­mann von der dena kriti­siert »die Sonder­re­ge­lung und ‑förde­rung zum Austausch von Gas- und Ölhei­zungen«. Anstelle dieser Beloh­nung bei Heizungen wünscht er »eine einfache, tech­no­lo­gie­of­fene Lösung für alle grund­le­genden Sanie­rungs­maß­nahmen«, weil Eigen­tümer »Klar­heit« für ihre Projekte benö­tigen.