Beiträge zum Schlagwort: Förderung

12Jul/21
Zeichnung vom Umriss der Innenstadt Münster

Änderung »Klimafreundliche Wohngebäude der Stadt Münster«

Die Stadt Münster ändert ihr Förderprogramm für »Klimafreundliche Wohngebäude«: Zum 1. Juli gestaltet sie einige Konditionen um und ergänzt einen Förderbaustein für Dachbegrünung. Ein größerer Zuschuss als bisher lockt beim Austausch der Heizungsanlage. Bereits seit Mai 2020 bewilligt die Stadt Münster höhere Beträge und akzeptiert in ihrem Förderprogramm mehr unterschiedliche Projekte als in den Vorjahren.

Richtlinie

Schon länger stehen die Ziele in der Förderrichtlinie: »nachhaltige Einsparung von Heizenergie«, »Minderung des Energieverbrauches«, »verbesserter oder erhöhter Wärmeschutz der Wohngebäude«, »Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen« und »Reduzierung der CO2-Emissionen«. In der aktuellen Fassung nennt die Stadt Münster zusätzliche Argumente für ihr Engagement: »Darüber hinaus soll eine Reduzierung der städtischen Wärmeinsel erzielt werden, die einhergeht mit einer verbesserten Wohn- und Aufenthaltsqualität«, heißt es zum Förderzweck, »durch den Rückhalt von Regenwasser wird eine Verbesserung des städtischen Wasserhaushalts erreicht«. Die Richtlinie verweist auf eine neue Kontrolle: »Sofern sich die Maßnahme im Gebiet einer Erhaltungs- und Gestaltungssatzung befindet oder dem Denkmalschutz unterliegt, ist vorab eine Genehmigung beim Bauordnungsamt oder der städtischen Denkmalbehörde einzuholen«. Nach wie vor ist es möglich, Fördermittel zu verbinden – also die Leistungen für »Klimafreundliche Wohngebäude der Stadt Münster« zum Beispiel mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG. Die Übersichten zum Ablauf für Förderanträge sind überarbeitet worden:

Übersicht zum Antragsverfahren des Förderprogramms in Münster
Antragsverfahren Sanierung oder Neubau Stadt Münster
Übersicht zum Antragsverfahren des Förderprogramms in Münster
Antragsverfahren Fotovoltaik oder Dachbegrünung Stadt Münster

Förderbaustein Energetische Sanierung

Der »Förderbaustein Altbausanierung« heißt nun »Förderbaustein Energetische Sanierung«. Gestrichen worden ist ein Zusatz zur Kopplung von Fotovoltaik mit der Dachdämmung: »Wird im Rahmen der Dämmung der Dachfläche über beheizten und/oder gekühlten Räumen erstmalig eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) installiert und ein Wärmedurchgangskoeffizient von U ≤ 0,15 W/m2K der Dachdämmung erreicht, so wird ein Zuschuss von 100 € je Kilowattpeak (kWp) Photovoltaikleistung gewährt« – diese Erweiterung gilt nicht mehr.

Werbefoto aus Münster mit zwei Kindern, die als Bauarbeiter verkleidet sind
Einladung zur geförderten Sanierung Stadt Münster

Änderungen beim Heizungsaustausch

  • Bislang musste der Heizkessel der fossil befeuerten Anlage mindestens 15 Jahre alt sein, damit eine Förderung beim Austausch floss. Jetzt reicht es, wenn ein Heizkessel der fossil befeuerten Anlage oder eine Nachtspeicherheizung ersetzt wird.
  • Der Zuschuss steigt von pauschal 1500 € auf 3000 €.
  • Gefördert wird eine Wärmepumpe, Biomasseanlage oder der Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz.
  • Der Begriff »Wärmepumpe« ist etwas weiter gefasst worden – bisher hieß es »Erdwärmepumpe«.
  • Entfallen sind die Förderung für Blockheizkraftwerke (BHKW) und der Zuschlag von 2500 € »für ein Brennstoffzellen-BHKW«.
  • Zuvor wurde eine Flächenförderung von 200 €/m2 für Solarthermie gezahlt – beim früheren »Förderbaustein Erneuerbare Energien«. Nun ist die Unterstützung für Solarthermie pauschalisiert worden – ein Bonus von 1500 € wird beim Heizungsaustausch gewährt.

Förderbaustein Energieeffizienter Neubau

Die Korrekturen zu diesem Förderbaustein berühren die Praxis nur wenig.

Förderbaustein Photovoltaik

Hier ist nur wenig geändert worden. Die Stadt Münster erläutert die Förderbeträge und weitere Details auf ihrer Website und in ihrer Richtlinie.

Fachwerkhaus mit Fotovoltaikanlage
Fachwerkhaus mit Fotovoltaikanlage Bild: Túrelio | Wikimedia | CC BY 3.0

Förderbaustein Dachbegrünung

Diese geförderte Maßnahme kann mit anderen Bausteinen von »Klimafreundliche Wohngebäude der Stadt Münster« kombiniert werden: Auf dem Dach kann demnach eine Vegetation die Fotovoltaikanlage ergänzen – wodurch die bewilligte Fördersumme wächst. Die Richtlinie billigt Dachbegrünungen sowohl bei Sanierungen als auch bei Neubauten:

  • »Die Förderung umfasst die Begrünung von Dachflächen ab der Oberkante der Dachabdichtung mit Aufbau der Vegetationsschicht inklusive wurzelfester Abdichtung, Schutzvlies, Dränage-Elemente, Filtervlies und Substrat«.
  • »Gefördert werden bis zu 50 Prozent der als förderfähig anerkannten Kosten einer Maßnahme, höchstens jedoch 40 € je m2 gestalteter Dachfläche und 10.000 € pro Maßnahme/Liegenschaft«.
  • »Sofern der Höchstbetrag nicht überschritten wird, können mehrere Maßnahmen in einer Liegenschaft gefördert werden«.
Dachbegrünung vom Künstler Friedensreich Hundertwasser
Dachbegrünung von Friedensreich Hundertwasser Bild: Renate Oberinger | Wikimedia | CC BY 3.0

Antragsunterlagen zum Download

Kritische Anmerkungen von ENTECH

Synergie

  • Die entfallene Kopplung von Fotovoltaik und Dachsanierung ist zu bedauern . Sie konnte zusätzliche Anreize liefern.

iSFP

  • Die Richtlinienänderung hat leider Unklarheiten in einigen Begriffen nicht beseitigt: Es ist zum Beispiel nicht zu erkennen, in welcher Form der verlangte Beratungsbericht vorzulegen ist – leider übernimmt die Stadt Münster die undeutlichen Angaben zum individuellen Sanierungsfahrplan iSFP aus dem BAFA-Förderprogramm Energieberatung für Wohngebäude EBW. Tatsächlich können Bauherren bei der EBW nach wie vor zwischen einer ergebnisoffenen Analyse und der weniger flexiblen Variante iSFP wählen. Diese beiden Sorten des Berichts setzen unterschiedliche Prioritäten. Aber im Förderprogramm in Münster fehlt diese Differenzierung: Ob generell ein ausführlicher Beratungsbericht oder eher der standardisierte iSFP verlangt wird – das ist in der Richtlinie nicht zu erkennen. Beratungsbericht und iSFP scheinen gleich zu sein, was nicht der Realität entspricht. Offensichtlich wird aber in der Genehmigung beides gleichgesetzt und anerkannt.

Lüftungskonzept

  • Der Begriff “Lüftungskonzept” wird in der Richtlinie nach wie vor leider widersprüchlich benutzt. Eine Klarstellung wurde mit der Änderung zum 02.07.2021 nicht vorgenommen:
    Bei einer Sanierung fordert die Richtlinie
    a) für die Dämmung des Dachs oder der obersten Geschossdecke
    b) sowie für den Einbau neuer Fenster und Außentüren und
    c) nicht zuletzt für die Installation energiesparender Lüftungsanlagen: »Es ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 zu erstellen«. Dafür soll ein Bonus gezahlt werden: »Die Erstellung eines Lüftungskonzepts wird in Höhe von 50% des Rechnungsbetrags (inkl. Umsatzsteuer), maximal jedoch 500 Euro gefördert«.

Gemäß einer »Lüftungsnorm«, der DIN 1946-6 »Raumlufttechnik – Teil 6 Lüftung von Wohnungen …«, steht zu Beginn der Erstellung eines Lüftungskonzeptes die Frage nach der Notwendigkeit einer sogenannten »lüftungstechnischen Maßnahme«. Solche Maßnahmen können zum Beispiel sein: sogenannte »Fensterfalzlüfter« oder raumlufttechnische Anlagen (RLT), die ventilatorgestützt arbeiten. Die eigentliche vom Nutzer selbst geführte Lüftung über Fenster ist keine lüftungstechnische Maßnahme im Sinne dieser Norm und allenfalls als Ergänzung »bei Party« vorgesehen.

Wenn eine solche Prüfung ergibt, dass eine lüftungstechnische Maßnahme ergriffen werden soll, bedeutet dies nicht, dass diese auch umgesetzt werden muss. Denn weder ist die DIN 1946-6 eine Art gesetzliche Vorgabe noch ist dies bei der Fördermittelbeantragung bei der Stadt Münster erforderlich. Wenn lüftungstechnische Maßnahmen umgesetzt werden sollen, also Fensterfalzlüfter oder raumlufttechnische Anlagen, ist ein »Lüftungskonzept« zu erstellen: eine Ausführungsplanung der technischen Maßnahme (Volumenströme etc.) kann nach der Norm 1946-6 erfolgen.

Also bietet die Norm praktisch zwei Konzepte an:

  1. die Prüfung auf Notwendigkeit einer lüftungstechnischen Maßnahme
  2. die Ausführungsplanung der lüftungstechnischen Maßnahme = Lüftungskonzept.

Der erste Punkt muss bearbeitet werden und bei der Stadt Münster dem Antrag beigefügt werden, wenn Fensteraustausch oder Dachdämmung gefördert werden sollen und ist in der Regel als kostenlose Leistung in der Energieberatung enthalten. Zu einer Umsetzung wird man nicht verpflichtet! Der zweite Punkt wird von der Stadt Münster gefördert und ist erforderlich, wenn lüftungstechnischen Maßnahmen umgesetzt werden. Die Fachwelt ebenso wie die Richtlinie benutzten den Begriff »Lüftungskonzept« also unterschiedlich: Einerseits kann ein Lüftungskonzept zeigen, ob die Regeln zum Luftaustausch eingehalten werden und ob eine technische Anlage für Zu- und Abluft überhaupt notwendig ist. Andererseits kann ein Lüftungskonzept weiterführen, indem es die Ausführungsplanung einschließt.

Ohnehin sieht ENTECH die Vereinnahmung und die Reduzierung des Begriffs »Lüftungskonzept« durch die Norm 1946-6 kritisch.

Gerade hat im Mai 2021 ein Verbändebündnis aus Kammern von Architekten und Ingenieuren und weiteren Akteuren aus der Bau- und Immobilienwirschaft aus einer vorgelegten Studie zum Lüften im Wohnungsbau ein Merkblatt herausgegeben mit folgendem Inhalt:

»Beleuchtet werden die Grundlagen zum Lüften, das Bauordnungsrecht und weitere technische Regeln, die Auslegung der Luftvolumenströme, geeignete Lüftungssystem sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und haftungsrelevanten Aspekte beim Erstellen von Lüftungskonzepten. Zentrale Elemente der Studie und des Merkblatts sind eine Checkliste mit Bewertungskriterien für Wohnungslüftungssysteme und ein Schema zu den Vertragspflichten im Planungsablauf«. Quelle (dort auch Studie und Merkblatt).

Endlich wird hier von einer breiten Masse von Experten klargestellt, dass der Begriff »Lüftungskonzept« in der Baupraxis unterschiedlich genutzt wird und inhaltlich nicht an die DIN 1946-6 gekoppelt ist. Im Ergebnis können alle betrachteten Lüftungssysteme – von der manuellen Fensterlüftung bis zur ventilatorgestützten Lüftung, beispielsweise die zentrale Wohnungslüftung oder eine dezentrale Wohnungslüftung – zur Anwendung kommen. Die Entscheidung für oder gegen ein System zur Wohnraumlüftung obliegt dem Bestellenden, also Ihnen. Kernaussage: »Bis auf fensterlose Küchen, Bäder und Toilettenräume können zur Lüftung von Wohnräumen alle Lüftungssysteme inklusive der Fensterlüftung genutzt werden«. Ein selbstverständlicher Schwerpunkt im Rahmen der BAFA-geförderten und für die Antragsstellung notwendigen Energieberatung ist die Aufklärung und Beratung zur Lüftung, also ein »Lüftungskonzept«.

Nicht dass die Kritik missverstanden wird: Ausdrücklich empfiehlt ENTECH die Prüfung und Umsetzung lüftungstechnischer Maßnahmen, idealerweise Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Ebenso begrüßt ENTECH dann auch die qualitativ gute Ausführungsplanung und deren Förderung durch die Stadt Münster, gegebenenfalls auch nach DIN 1946-6. Aber eine normkonforme und die spezifische Nutzung vernachlässigende Prüfung auf Notwendigkeit einer lüftungstechnischen Maßnahme ist überflüssig und sollte nicht mehr zwingend verlangt werden. Weder ist das Ergebnis daraus bindend, noch lassen sich aus dieser eh technisch sehr schlicht gehaltenen Prüfung Sicherheiten oder Risiken ableiten in der einen oder anderen Richtung. Die Beratung zum richtigen Lüften (und Heizen) ist ein Schwerpunkt der durchgeführten Energieberatung.

Ausblick für Förderprogramm in Münster

  • Eine weitere Überarbeitung der Richtlinie ist mittelfristig angekündigt. Wir informieren Sie über die Entwicklung. Zudem zeigen wir Ihnen, wie Sie an die Fördermittel aus dem Programm »Klimafreundliche Wohngebäude der Stadt Münster« gelangen.
24Jun/21
Haus aus Dollar-Scheinen

Bundesförderung für effizente Gebäude BEG wächst im Juli

Bauherren erhalten mehr Geld zur energetischen Effizenz von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden – ab 1. Juli durch die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG. Sie ersetzt die bisherigen Programme der Förderbank KfW sowie des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA. Das unübersichtliche Geflecht aus zehn Teilprogrammen verschwindet. Seit Jahresbeginn fließen bereits Zuschüsse nach BEG – Einzelmaßnahmen (BEG EM). Jetzt gelten zusätzlich die BEG – Wohngebäude (BEG WG) und BEG – Nichtwohngebäude (BEG NWG). Die zweite Stufe der Reform erleichtert sowohl umfassende Sanierungen als auch Neubauprojekte. Nicht zuletzt startet die KfW die Kreditvariante der BEG EM.

Antragsteller profitieren, wenn sie hohe Ansprüche bei einem Wohngebäude beachten: Dann erhalten sie bis zu 27.000 € mehr als nach den alten Vorschriften. So lockt eine Aufstockung der Förderbeträge, wenn eine Sanierung die Vorgaben zum sogenannten Effizienzhaus 40 erfüllt: Bei Sanierungen endeten die finanziellen Vorteile zuvor beim Effizienzhaus 55, während höhere Fördersummen für ein Effizienzhaus 40 lediglich bei einem Neubau gezahlt wurden. Auch bei Nichtwohngebäuden beeinflussen Effizienzhausklassen die Förderung. So bietet die BEG NWG künftig Zuschüsse oder Tilgungszuschüsse, wenn ein Effizienzhaus 40 entsteht – bei Neubauten und Bestandsgebäuden.

BEG und Effizienzhaus

Klassen für Effizienzhäuser

Die Einführung der BEG berührt kaum die technischen Mindestanforderungen an ein Effizienzhaus: Das Gebäudeenergiegesetz GEG kündigt passende Kriterien erst für 2023 an. Es bleibt also vorerst bei neun Klassen für Effizienzhäuser.

Märchenhäuser in Pilzen
Symbolbild: Effizienhäuser unterschiedlicher Stufen Pixabay

Allerdings sind die gesetzlichen Grundlagen verschärft worden, sodass bestimmte Effizienzhäuser die Richtwerte inzwischen nur leicht unterschreiten. Eine Förderung würde verpuffen. Daher unterstützen ab Juli weder die KfW noch das BAFA:

  • Sanierungen bei Wohngebäuden zum Effizienzhaus 115
  • Neubauten bei Nichtwohngebäuden zum Effizienzhaus 70

Andererseits setzt die BEG erstmals Anreize für Bauherren mittels:

  • Förderung von Effizienzhaus 40 bei der Sanierung eines Wohngebäudes
  • Förderung von Effizienzhaus 40 bei der Sanierung eines Nichtwohngebäudes
  • Förderung von Effizienzhaus 55 bei der Sanierung eines Nichtwohngebäudes
  • Förderung von Effizienzhaus 40 beim Neubau eines Nichtwohngebäudes

Beim Effizienzhaus Denkmal entfallen die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz.

Fördersätze

Sowohl das BAFA als auch die KfW berechnet die Höhe der Förderung aus den Kosten des energetischen Projekts: Die beiden Einrichtungen haben ein Merkblatt veröffentlicht, welche Leistungen sie für die Ermittlung der Ausgaben akzeptieren. Bei der BEG WG und BEG NWG soll das geförderte Engagement den Energiestandard eines Effizienzhauses erreichen. Die jeweilige Art des Effizienzhauses bestimmt die Konditionen: Die Tilgungszuschüsse bei einem Kredit oder die Zuschüsse sowie die Höchstbeträge hängen also davon ab:

  • Wie energieeffizient wird das Gebäude?
  • Wie teuer wird die Sanierung oder der Neubau?

Die Fördersätze für Wohngebäude und für die Sanierung von Nichtwohngebäuden sind erst 2020 gestiegen. Für den Neubau von Nichtwohngebäuden lohnen die höheren Prozentwerte ab Juli.

Dank diverser Zuschläge bleibt es selten bei der Grundförderung. Aber zuerst sind die Voraussetzungen für die jeweilige Stufe eines Effizienzhauses zu erfüllen. Die Fördersätze für Wohngebäude und Nichtwohngebäude sind in der BEG angeglichen worden. Lediglich das Effizienzhaus 40+ mit 25 Prozent ist dem Neubau von Wohngebäuden vorbehalten, und das Effizienzhaus 85 mit 30 Prozent zählt ausschließlich bei der Sanierung von Wohngebäuden. Ansonsten stimmen die Fördersätze überein:

Tabelle der Fördersätze für BEG WG und BEG NWG
Grundförderung nach BEG WG und BEG NWG Bild: Öko-Zentrum NRW

Zuschläge und Ergänzungen der BEG

EE-Klasse und NH-Klasse

Die »Effizienzhaus EE-Klasse« enthält einen Zuschlag für den Einsatz erneuerbarer Energien: Der Fördersatz für ein Effizienzhaus wird augestockt, wenn mindestens 55 Prozent des Energiebedarfs zur Wärme- und Kälteversorgung aus erneuerbaren Energien stammen. Alternativ können die geförderten Gebäude eine »Effizienzhaus NH-Klasse« erreichen, sodass ebenfalls der Fördersatz steigt. Das ist nur möglich, wenn dieses Effizienzhaus das »Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude« (QNG) erhält. Eine akkreditierte Zertifizierungsstelle bestätigt mit diesem Qualitätssiegel, dass besondere Kriterien für Nachhaltigkeit erfüllt werden. Für die EE-Klasse und die NH-Klasse gelten die Konditionen:

  • Wohngebäude, Neubau, Effizienzhaus 55 EE oder Effizienzhaus 40 EE – Zuschlag 2,5 Prozent
  • Nichtwohngebäude, Neubau, Effizienzhaus EE – Zuschlag 2,5 Prozent
  • Wohngebäude, Sanierung, Effizienzhaus EE – Zuschlag 5 Prozent
  • Nichtwohngebäude, Sanierung, Effizienzhaus EE – Zuschlag 5 Prozent
  • Wohngebäude, Neubau, NH-Klasse – Zuschlag 2,5 Prozent
  • Nichtwohngebäude, Neubau, NH-Klasse – Zuschlag 2,5 Prozent
  • Für die Sanierung von Wohngebäuden existiert keine NH-Klasse.
  • Nichtwohngebäude, Sanierung, NH-Klasse – Zuschlag 5 Prozent
  • Eine Kombination von EE-Klasse und NH-Klasse führt zu keiner höheren Förderung – Bauherren müssen sich für einen Bonus entscheiden.
  • Der Zuschlag wird lediglich ein Mal eingeräumt – bei einer schrittweisen Sanierung erhöht sich der Fördersatz, sobald die EE-Klasse oder die NH-Klasse erreicht wird. Mehraufwand für die fortlaufenden Arbeiten führt zu keinen weiteren Vorteilen.

iSFP

Mitunter laufen Projekte zur Instandhaltung von Wohngebäuden über einen langen Zeitraum: Dann werden ohnehin bis zu 80 Prozent der Beratungskosten für einen individuellen Sanierungsfahrplan iSFP übernommen. Bereits seit Januar sorgt diese spezielle Energieberatung für einen Zuschlag bei Zuschüssen für Einzelmaßnahmen nach BEG EM. Jetzt entsteht ein iSFP-Bonus auch für Einzelmaßnahmen mit einer Kreditförderung. Außerdem kann der iSFP den Fördersatz nach BEG WG anheben: Dazu muss die Maßnahme schrittweise über maximal 15 Jahre umgesetzt werden und das Wohngebäude schließlich als gefördertes Effizienzhaus zählen. Dadurch steigt der Fördersatz um den iSFP-Bonus von weiteren 5 Prozentpunkten. Hingegen verhindert eine Komplettsanierung in einem Zug diesen Zuschlag.

Frau betrachtet ihren indivudellen Sanierungsfahrplan iSFP
iSFP Bild: dena

Baubegleitung

Wie bisher werden bei Wohngebäuden die Beratungskosten für eine Baubegleitung zur Hälfte übernommen. Die KfW streicht aber das separate Förderprogramm »Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung« (431). Nun läuft diese Förderung der Beratung über die BEG. Dabei klettern die Obergrenzen nach oben – die BEG WG beschränkt die förderfähigen Ausgaben:

  • bei Ein- und Zweifamilienhäusern auf 10.000 €
  • bei Mehrfamilienhäusern auf 4.000 € pro Wohneinheit, doch insgesamt höchstens 40.000 € pro Vorhaben
  • bei Einzelmaßnahmen an Ein- und Zweifamilienhäusern auf 5.000 €
  • bei Einzelmaßnahmen an Mehrfamilienhäusern auf 2.000 € pro Wohneinheit, doch insgesamt höchstens 20.000 € pro Zuwendungsbescheid

Ab Juli führt die BEG NWG diesen Zuschuss auch für Nichtwohngebäude ein. Wie bei Wohngebäuden sinken die Beratungskosten für die Bauherren auf die Hälfte – bis zur Obergrenze:

  • von 10 € pro m2 Nettogrundfläche, doch insgesamt höchstens 40.000 € pro Vorhaben

Entsprechend wird die Obergrenze bei Einzelmaßnahmen festgelegt:

  • auf 5 € pro m2 Nettogrundfläche, doch insgesamt höchstens 20.000 € pro Zuwendungsbescheid
Zwei Männer bei Beratung auf der Baustelle in der Vergangenheit
Symbolbild: Baubegleitung. Everett Collection | shutterstock

Förderprogramme

Alte Förderprogramme verschwinden

Durch Übergang zur BEG entfallen viele Förderprogramme der KfW und vom BAFA:

  • KfW »Energieeffizient Sanieren – Kredit« (151/152)
  • KfW »Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss« (430)
  • KfW »Energieeffizient Bauen – Kredit« (153)
  • KfW »Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung« (431)
  • KfW »IKK – Energieeffizient Bauen und Sanieren« (217/218)
  • KfW »IKU – Energieeffizient Bauen und Sanieren« (220/219)
  • »KfW-Energieeffizienzprogramm – Energieeffizient Bauen und Sanieren« (276/277/278)
  • BAFA »Marktanreizprogramm (MAP)«
  • BAFA »Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE – ohne BZH)«
  • BAFA »Förderprogramm des Bundes für die Heizungsoptimierung (HZO)«

Der Wechsel von der herkömmlichen Förderung zur BEG beeinflusst nicht das KfW-Programm 433 »Zuschuss Brennstoffzelle«: Wie zuvor betreut die KfW diese spezielle Förderung, die neben der BEG läuft.

Neue Förderprogramme

  • KfW-Programm »Wohngebäude – Zuschuss« (461)
  • KfW-Programm »Wohngebäude – Kredit« (261, 262) – einschließlich der Kredite für Einzelmaßnahmen
  • KfW-Programm »Nichtwohngebäude – Zuschuss« (463)
  • KfW-Programm »Nichtwohngebäude – Kredit« (263) – einschließlich der Kredite für Einzelmaßnahmen
  • BAFA-Programm »BEG EM – Zuschussvariante« seit Januar 2021

Details

  • Tabellen zu den Konditionen der neuen KfW-Programme – auf der Extra-Seite von ENTECH
  • Infos zur BEG EM im ENTECH-Artikel vom 18.01.2021

Ausblick

Sofortprogramm

Die BEG ist eng mit dem GEG verknüpft, das seit November 2020 frühere Bestimmungen wie die Energieeinsparverordnung EnEV zusammenfasst. Am 23. Juni 2021 beschloss die Bundesregierung ein »Klimaschutz Sofortprogramm«. Durch diesen Finanzplan würden sich Fördersätze und Anforderungen der BEG im Jahr 2022 ändern. Allerdings weiß niemand, wie die neue Bundesregierung nach der Bundestagswahl ihre Erwartungen und Ziele anpassen wird: Das Sofortprogramm soll zum Bundeshaushalt für 2022 gehören, den der Bundestag erst später verabschieden wird. In den vergangenen Tagen sind viele Ankündigungen aus den Entwürfen verschwunden.

Mann dreht an großem Rad eines Ventils
Symbolbild: Bundesregierung drosselt Sofortprogramm Pixabay

Standards für Effizienzhäuser

Immerhin ist in dieser Absichtserklärung die Zusage übrig geblieben, die Fördermittel der BEG um insgesamt 4,5 Milliarden € für 2022 und 2023 aufzustocken. Zudem soll das GEG bereits 2022 und nicht erst 2023 aktualisiert werden. Allgemein heißt es: »Neubaustandards werden angehoben«. Vorher beschrieb ein vertraulicher Entwurf konkrete Maßnahmen, die in der Endfassung nicht mehr auftauchen. So war in dieser früheren Version zu lesen: »Der bisherige Förderstandard EH-55 wird ab 2023 zum Neubaustandard für alle Gebäude (Äquivalent für Nicht-Wohngebäude (NWG))«. Entwicklung in den Folgejahren: »Eine weitere Anhebung auf EH-40-Standard wird für 2025 festgelegt«. Der zurückgezogene Entwurf erklärte zudem: »Die große klimapolitische Herausforderung im Gebäudesektor liegt in den Bestandsgebäuden«. Schlussfolgerung: »Die Fördermittel werden entsprechend stärker auf ambitioniertere Standards im Bestandsbereich konzentriert«, verkündete der Text seinerzeit, »die bisherigen Förderstandards KfW-100 und KfW-85 im Bestand entfallen. EE-, NH-und Plus-Pakete werden gestärkt. Der Fördersatz für Dämmmaßnahmen wird in der Bundesförderung Energieeffiziente Gebäude (BEG) um 10 Prozentpunkte angehoben«.

Einschränkungen und Erwartungen

Vorgesehen war eine Installationspflicht für Fotovoltaik– oder Solarthermie-Anlagen »für alle Neubauten und bei größeren Dachsanierungen«. Ebenso ist inzwischen eine stärkere Förderung von Wärmepumpen entfallen. Im Sofortprogramm hat eine Aussage überlebt, die ähnlich in anderen Beschlüssen und Gesetzen zu finden ist: »Aus den Förderprogrammen des Bundes werden ab 2023 keine Heizungen mehr gefördert, die ausschließlich mit fossilen Brennstoffen betrieben werden können«. Nun ist unsicher, welche Reformen zur energetischen Optimierung von Gebäuden tatsächlich ins GEG und in die BEG wandern werden. Indes spielen veraltete Stufen für Effizienzhäuser in der Praxis zur BEG keine Rolle. Damit könnte sich der Trend stabilisieren, dass die energetischen Ansprüche für Neubauten und Sanierungen wachsen und die zugehörige Förderung steigt.

KfW und BAFA verteilen Aufgaben im Januar 2023

Die BEG startete im Januar 2021 mit dem BAFA-Kreditprogramm für Einzelmaßnahmen. Im Juli folgen die KfW-Förderprogramme. Doch der Übergang zur BEG wird erst später abgeschlossen sein: Voraussichtlich ab Januar 2023 wird die KfW die Verantwortung für die Kreditprogramme tragen. Dann soll alleine das BAFA die Zuschüsse verwalten. Die KfW und das BAFA werden somit ihre Aufgaben übersichtlicher aufteilen. Die Förderrichtlinien zur BEG sollen bis 2030 gelten.

Hauptgebäude von KfW und BAFA
Aufgabenverteilung zwischen KfW und BAFA
23Jun/21
Schild mit Prozentzeichen und Beschriftung »Wir bauen für Sie um!«

KfW-Förderprogramme der BEG bieten diese Konditionen

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG ersetzt bisherige Förderprogramme – erfahren Sie die Details in einem separaten ENTECH-Artikel. Über BAFA-Zuschüsse für Einzelmaßnahmen informiert ein weiterer ENTECH-Beitrag. Überblicken Sie hier die Grundkonditionen der neuen KfW-Programme zur BEG:

»Wohngebäude – Zuschuss«: 461

KfW-Übersicht zu Neubauten
Übersicht zu Neubauten: KfW
KfW-Übersicht zu Sanierungen
Übersicht zu Sanierungen: KfW

»Wohngebäude – Kredit«: 261/262

KfW-Übersicht zu Neubauten
Übersicht zu Neubauten: KfW
KfW-Übersicht zu Sanierungen
Übersicht zu Sanierungen: KfW
KfW-Übersicht zu Einzelmaßnahmen
Übersicht zu Einzelmaßnahmen: KfW

»Nichtwohngebäude – Zuschuss«: 463

KfW-Übersicht zu Neubauten
Übersicht zu Neubauten: KfW
KfW-Übersicht zu Sanierungen
Übersicht zu Sanierungen: KfW

»Nichtwohngebäude – Kredit«: 263

KfW-Übersicht zu Neubauten
Übersicht zu Neubauten: KfW
KfW-Übersicht zu Sanierungen
Übersicht zu Sanierungen: KfW
KfW-Übersicht zu Einzelmaßnahmen
Übersicht zu Einzelmaßnahmen: KfW
22Jun/21
Scheckiges Mauerwerk in Grau- und Brauntönen

Energieberater Gebäude (m/w/d)

Stellenangebotsbeschreibung:

Wir suchen engagierte und zuverlässige Mitarbeiter für unseren technischen Innendienst sowie im Außendienst in der Datenaufnahme und Ergebnispräsentation/Beratung.

Ihre Aufgaben:

  • Erstellung von Einsparkonzepten (Wohn- und Nichtwohngebäude)
  • Effizienzberatung beim Kunden vor Ort
  • Beratung zu Fördermitteln
  • energiewirtschaftliche Beratung von Kunden
  • Fördermittelberatung (KfW, BAFA)
  • Erstellung von Energetischen Nachweisen für Wohn- und Nichtwohngebäude
  • Ermittlung und Berechnung von Einsparungs- und Optimierungsmöglichkeiten
  • Erstellung bauphysikalischer Nachweise
  • Steuerung/Absprachen mit externen Ingenieur- und Architekturbüros

Wir bieten:

  • eine vielseitige und interessante Tätigkeit in einem Ingenieurbüro mittlerer Größe
  • regelmäßige Weiterbildungsmaßnahmen, Qualifizierungsmöglichkeiten für zahlreiche »Energieberaterzulassungen«
  • stadtnahen zentralen Arbeitsort und flexible Arbeitszeiten

Wir erwarten:

  • Fachwissen im Bereich Energieeffizienz und der Energieeinsparverordnung EnEV
  • technisches Studium oder Qualifikation als Techniker
  • alternativ Ausbildung zum Beispiel für Gebäudetechnik
  • gute EDV-Kenntnisse, vor allem in den MS-Office-Modulen Excel und Word sowie in Energiebilanz-Software
  • selbstständige, strukturierte und zielorientierte Arbeitsweise
  • idealerweise abgeschlossene Fortbildungen zum Energieberater (des Handwerks, BAFA) und gegebenenfalls Zulassungen zu den Programmen des BAFA und der KfW (Listung dena)
  • idealerweise erste Berufserfahrung in der Konzeption nachhaltiger Gebäude
  • Kommunikationsstärke und ausgeprägte Beratungskompetenz sowie Teamarbeitsfähigkeit

Bei Interesse freuen wir uns darauf, Sie kennen zu lernen.

  • wichtig in der Energieberatung: auch Spaß und Fähigkeit, sich neuen Themen zu widmen
  • KFZ-Führerschein und Bereitschaft für Dienstreisen: 30 Prozent in Münster, 60 Prozent im Umkreis 50 km, 10 Prozent bundesweit

Nehmen Sie bitte per E-Mail Kontakt auf mit Herrn Deppe: a.deppe@planungsbuero-entech.de

Ergänzende Informationen zu den Anforderungen an die Bewerber:

erweiterte Kenntnisse: Projektmanagement, technisches Verständnis, Finanzplanung, Büro- und Verwaltungsarbeiten

Sollte in diesem Text aus Gründen der Lesbarkeit oder ähnlichem die männliche Form gewählt worden sein, beziehen sich die Angaben auf Angehörige aller Geschlechter.

09Feb/21
Anstecknadel NRW

Förderprogramm »progres.nrw – Markteinführung« geht 2021 weiter

Nach einer dreimonatigen Pause nimmt die Bezirksregierung Arnsberg für 2021 wieder Förderanträge für das landesweit geltende Programm »progres.nrw – Markteinführung« an: Seit 04.02.21 warten Zuschüsse für den Einsatz moderner Technik zum Klimaschutz. Freiberufler, Gemeinden, kommunale Einrichtungen, Privatpersonen und Unternehmen erhalten diese Zuwendungen für Maßnahmen zur Energieeffizienz.

Unterstützung über »progres.nrw – Markteinführung« ist möglich für:

  • Lüftungsanlagen und Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung
  • gewerbliche Anlagen zur Verwertung von Abwärme
  • thermische Solaranlagen
  • stationäre elektrische Batteriespeicher in Verbindung mit einer neu zu errichtenden Fotovoltaikanlage – gefördert wird seit Mitte März 2020 der Batteriespeicher und das zum Betrieb erforderliche Batteriemanagementsystem
  • Wasserkraftanlagen
  • Wärmeübergabestationen
  • Biomasseanlagen in Verbindung mit einer thermischen Solaranlage
  • Wärme- und Kältespeicher
  • Wärme- und Kältenetze
  • oberflächennahe Geothermie – Bohrungen und Erdwärmekollektoren
  • Anlagen, Maßnahmen und Studien, an denen besonderes Landesinteresse besteht
  • Wohngebäude im Passivhaus-Standard einschließlich Lüftungsanlagen
  • Wohngebäude im Drei-Liter-Haus-Standard einschließlich Lüftungsanlagen

Die Bezirksregierung Arnsberg als verantwortliche Behörde für ganz NRW weist darauf hin, dass die Vorschriften genau zu beachten sind. So darf ein Antragsteller erst loslegen, wenn er den Bewilligungsbescheid in Händen hält: Bereits der Vertragsabschluss über den Kauf oder die Installation einer Anlage markiert die zeitliche Grenze, sodass die Kunden eine Reihenfolge für ihre Entscheidungen festlegen sollten. Spätestens am 20. November 2021 muss der Förderantrag der Bezirksregierung Arnsberg vorliegen: Danach ruht »progres.nrw – Markteinführung« erneut für einige Wochen oder Monate.

Dabei gelten bis auf Weiteres folgende Anpassungen der Förderkonditionen:

  • Batteriespeicher – Nummer 2.4 der Richtlinie:
    Absenkung des Fördersatzes für Batteriespeicher von 200 auf 150 Euro je kWh, Das maximal zulässige Verhältnis der Leistung der Photovoltaikanlage in kWp zur Batteriespeicherkapazität in kWh beträgt 1 zu 3 statt 1 zu 2, Förderhöchstgrenze: 75.000 Euro
  • Wärmeübergabestationen – Nummer 2.6 der Richtlinie:
    Vereinheitlichung des Fördersatzes für Wärmeübergabestationen auf 1.000 Euro je Anlage (bisher 1.500 oder 1.000 Euro je nach Anlagengröße),
    Unternehmen sind wieder antragsberechtigt
  • Biomasseanlagen – Nummer 2.7 der Richtlinie:
    Absenkung des Fördersatzes für Kombikessel (Hybridkessel) und Holzhackschnitzelkessel von 1.250 auf 1.000 Euro je Anlage; im Neubau werden nur noch Pelletkessel mit Brennwerttechnik, sowie wassergeführte Pelletöfen und Holzvergaseröfen gefördert
  • Geothermie – Erdwärmekollektoren – Nummer 2.10 der Richtlinie:
    Absenkung des Fördersatzes für Erdwärmekollektoren von 3,25 auf 3 Euro (Neubau) bzw. 6,50 auf 6 Euro (Bestandsbau) je m²
  • Wohngebäude – Passivhaus-Standard und Wohngebäude im Drei-Liter-Haus-Standard – Nummern 2.12/2.13 der Richtlinie:
    Förderung des Gebäudestandards nur noch innerhalb des Landesprojekts „100 Klimaschutzsiedlungen“
    Ein Link für die Antragstellung für diese Fördergegenstände wird Ihnen auf Anfrage direkt zugesandt.

Andererseits erleichtert progres.nrw die Kostenplanung, zumal dieses Förderprogramm mit Mitteln vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA und von der KfW Bankengruppe kombiniert werden kann – so lange die Summe der Zuwendungen nicht die Ausgaben für das Projekt überschreitet. Außerdem ist eine Bagatellgrenze einzuhalten: Die Förderung nach progres.nrw entfällt, falls das Vorhaben weniger als 350 € kostet. Geld aus progres.nrw fließt lediglich für Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen. Eine Reparatur, Ersatzmaßnahme, Ersatzteilbeschaffung sowie eine gesetzlich vorgeschriebene oder behördlich angeordnete Maßnahme ist von dieser Förderung ausgeschlossen. Nichtprivate Antragsteller müssen Förderhöchstgrenzen der EU und De-minimis-Regeln einhalten.

In einer Pressemitteilung betrachtet das NRW-Wirtschaftsministerium das Förderprogramm als Erfolg: »Mit rund 25.000 Zuwendungsbescheiden und einer Gesamtfördersumme von 49,3 Millionen Euro konnten fast dreimal so viele Anträge und insgesamt mehr als doppelt so viele Fördermittel wie im Vorjahr bewilligt werden. « Das Ministerium nennt geothermische Bohrungen, Batteriespeicher, Wohnungslüftungsanlagen und solarthermische Anlagen als bisherige Schwerpunkte von »progres.nrw – Markteinführung«.

Das Planungsbüro ENTECH informiert gerne über die Details und die Hürden von »progres.nrw – Markteinführung«. Vorab bietet der praktische Förder.Navi der EnergieAgentur.NRW einen Überblick von Förderprogrammen des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen.

18Jan/21
Haus aus Geldschein gefaltet

Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG seit Januar

Nach und nach ersetzt die Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG die bisherigen Förderprogramme. Seit Januar 2021 vergibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA Zuschüsse für energetische Einzelmaßnahmen an Gebäuden – also etwa für den Einbau moderner Fenster oder den Austausch raumlufttechnischer Anlagen oder die Installation von Solarthermie. Spätestens am 1. Juli 2021 enden zahlreiche KfW- und BAFA-Programme. Dann steht die BEG auf drei Säulen: BEG Wohngebäude, BEG Nichtwohngebäude und BEG Einzelmaßnahmen.

Die Förderlandschaft für Gebäude wird übersichtlicher. Mitunter können Bauherren mehr Unterstützung erwarten: So fließen Zuschläge für umfassende Sanierungen und weitere finanzielle Anreize zur Energieeffizienz von Gebäuden. Die Reform wird aber erst später abgeschlossen: Voraussichtlich ab 1. Januar 2023 übernimmt das BAFA die künftigen Vorgänge für Zuschüsse, und die KfW Bankengruppe betreut die Kredite. Diese Umstrukturierung und die weiteren Änderungen durch die BEG folgen dem Gebäudeenergiegesetz GEG, das im November 2020 die verteilten Vorschriften wie die Energieeinsparverordnung EnEV ablöste.

Änderungen ab Januar 2021

Programmwechsel für Zuschüsse bei Einzelmaßnahmen

Ende 2020 sind die BAFA-Programme »Heizen mit erneuerbaren Energien«, »Anreizprogramm Energieeffizienz« und »Heizungsoptimierung« erloschen. Ebenso genehmigt die KfW nicht mehr Investitionszuschüsse für einzelne energetische Sanierungsmaßnahmen: Die KfW hat diese Förderung in ihrem Programm Nr. 430 gestrichen. Seit Januar erledigt das BAFA die Aufgaben, um Zuschüsse für Einzelmaßnahmen bei Bestandsimmobilien zu zahlen. Die zugehörige Richtlinie gilt bereits für sämtliche Anträge. Das Bundeswirtschaftsministerium hat außerdem die technischen Mindestanforderungen veröffentlicht.

Bild aus dem Mittelalter zeigt Übergabe eines Schriftstücks
Symbolbild: BEG Richtlinien und technische Mindestanforderungen

Die meisten Födersätze für Einzelmaßnahmen ändern sich nicht, zumal sie erst ein Jahr früher angepasst worden sind. Dennoch sind die Zuschüsse der BEG Einzelmaßnahmen (BEG EM) mit neuen Vorteilen verbunden.

Individueller Sanierungsfahrplan iSFP

So wird eine Energieberatung für Wohngebäude attraktiver. Wie zuvor werden maximal 80 Prozent der Beratungskosten für einen individuellen Sanierungsfahrplan iSFP übernommen: Doch bei Realisierung einer Einzelmaßnahme aus diesem iSFP gibt es einen Bonus von 5 Prozent der Ausgaben – etwa für Dämmungen von Fassade, Dach und Kellerdecke. Ohnehin werden 20 Prozent des Aufwands für diese Einzelmaßnahme getragen. Wenn ein iSFP vorliegt, steigt die Förderung demnach auf 25 Prozent der Kosten für diese Einzelmaßnahme. Für unterschiedliche Maßnahmen können Eigentümer, Mieter oder Pächter mehrmals die Fördersummen einschließlich Bonus erhalten. Somit ist es zum Beispiel möglich, beim Austausch eines Ölkessels gegen eine Biomasseheizung oder eine Wärmepumpe 50 Prozent statt 45 Prozent der Investitionskosten zu bekommen. Die Obergrenze bei diesen förderfähigen Kosten pro Wohneinheit ist von 50.000 € auf 60.000 € gestiegen.

Frau betrachtet ihren indivudellen Sanierungsfahrplan iSFP
iSFP Bild: dena

Weitere Verbesserungen seit Jahresbeginn

  • Nun gilt die Ausrüstung mit Systemen zum Sonnenschutz als förderfähige Einzelmaßnahme.
  • In Bestandsgebäuden wird der Einbau, Austausch oder die Optimierung von Raumlufttechnik gefördert. Dazu gehören Anlagen zur Wärme- und Kälte-Rückgewinnung. In öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten lässt sich diese Förderung mit dem Corona-Sonderprogramm für raumlufttechnische Anlagen kombinieren – solange eine maximale Förderquote von 60 Prozent für diese Einzelmaßnahme nicht überschritten wird.
  • Für Wohngebäude locken ansonsten Zuschüsse für die Installation digitaler Anlagen zur Verbrauchsoptimierung – bekannt als »Efficiency Smart Home«.
  • Bei Wohngebäuden wachsen die Fördersummen für die Baubegleitung, denn die Obergrenzen sind angehoben worden.
  • Bei Nichtwohngebäuden wird eine ähnliche Förderung für die Baubegleitung eingeführt.
  • Ein Energieberater aus der sogenannten Energieeffizienz-Expertenliste (EEE-Liste) muss geförderte Einzelmaßnahmen nun auch bei Nichtwohngebäuden begleiten und sichert dadurch den verlangten Standard – wie schon bei Wohngebäuden. Bei Anlagen zur Wärmeerzeugung und bei einer Heizungsoptimierung genügt hingegen eine Fachunternehmererklärung.
  • Für ihren Förderantrag müssen Bauherren seit Jahresbeginn auf einen anderen Stichtag achten – auf die Auftragserteilung und nicht mehr auf den Beginn der Bauarbeiten.
  • Hat die KfW vielleicht bereits eine Förderung zugesagt? Aber wirken die Konditionen der BEG EM attraktiver? Dann ist zu überlegen, auf die bestätigte Förderung zu verzichten und im Gegenzug beim BAFA einen Ersatzantrag zu stellen.
  • Antragsteller können online kontrollieren, wie weit das BAFA ihren Vorgang zur BEG EM erledigt hat.
Überblick förderfähiger Einzelmaßnahmen BEG EM
Überblick Einzelmaßnahmen Bild: BAFA Creative Commons CC BY-ND 4.0

Zuschüsse Einzelmaßnahmen BEG EM

Vorgaben

Die BEG EM deckt unterschiedliche Einzelmaßnahmen ab. Ausschließlich Fachunternehmen dürfen die geförderten Arbeiten erledigen: Eigenleistungen und dabei verwendetes Material zählen nicht bei solchen Einzelmaßnahmen. Laut Richtlinie sollen sie das energetische Niveau des Bestandsgebäudes verbessern und damit »zur Minderung von CO2-Emissionen beitragen«. Ein Investitionsvolumen von mindestens 2.000 € ist vorgeschrieben, aber lediglich 300 € für die Heizungsoptimierung wie den hydraulischen Abgleich einer Anlage. Es ist nicht erlaubt, gleichzeitig einen Zuschuss vom BAFA und einen Kredit von der KfW für eine bestimmte Einzelmaßnahme zu beziehen.

Fördersätze

Das BAFA hat Details und Fördersätze der Zuschüsse in einer Grafik zusammengefasst:

Förderübersicht BEG EM
Fördersätze BEG EM Bild: BAFA Creative Commons CC BY-ND 4.0

KfW-Kredite Einzelmaßnahmen bis Ende Juni

Übergangszeit bei Krediten

Seit Januar verwaltet das BAFA die Anträge für Zuschüsse nach BEG EM. Doch für Kredite zu Einzelmaßnahmen soll vorerst alles nach den alten Regeln laufen. Die KfW genehmigt die Kreditanträge für Einzelmaßnahmen in ihren gewohnten Programmen – bis 30. Juni 2021 laut Ankündigung des Wirtschaftsministeriums:

  • 151, 152 »Energieeffizient Sanieren«
  • 167 »Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit«
  • 217, 218 »IKK – Energieeffizient Bauen und Sanieren«
  • 219, 220 »IKU – Energieeffizient Bauen und Sanieren«
  • 276, 277, 278 »KfW-Energieeffizienzprogramm – Energieeffizient Bauen und Sanieren«
Riesiger Fußgängerübergang mit zwei kleinen Menschen
Symbolbild: Übergang wal_172619 | Pixabay

Ausblick Juli 2021 und Januar 2023

Umstellung und GEG

Außerhalb der Einzelmaßnahmen sollen die Förderprogramme erst ab Juli in der BEG aufgehen: Für umfassende Sanierungen und Neubauprojekte soll die Reform ab 1. Juli 2021 greifen. Bis dahin können Antragsteller bei der KfW unter bestimmten Voraussetzungen wählen, ob sie ihre Nachweise für Effizienzgebäude lieber nach der erloschenen EnEV oder nach der GEG vorlegen. Allerdings müssen sie bei ihren Bauanträgen ausschließlich das GEG befolgen – obwohl die KfW weiter die EnEV anwendet, sofern der Bauherr nicht das GEG bevorzugt. Diese Abweichungen verschwinden spätestens mit der Umstellung am 1. Juli 2021. Der ENTECH-Artikel »Gebäudeenergiegesetz GEG und KfW Förderung« vom 20. Oktober 2020 erläutert die Situation.

Paragrafenzeichen vor Mauer
Gebäudeenergiegesetz GEG Bild: geralt | Pixabay

Kredite für Einzelmaßnahmen

Am 1. Juli 2021 werden ferner die bisherigen Kreditvarianten für Einzelmaßnahmen in die BEG EM integriert oder aufgehoben. Zuständig bleibt die KfW.

BAFA und KfW ab 2023

Zum 1. Januar 2023 ist mit einer anderen Aufteilung der Verantwortung zu rechnen: Zu diesem Datum sollen sämtliche Zuschussvarianten zum BAFA wandern. Die KfW behält die Aufgaben zu den Krediten. Künftig können Bauherren entscheiden, ob sie ihren Antrag lieber beim BAFA oder bei der KfW einreichen. Der Wechsel von der herkömmlichen Förderung zur BEG beeinflusst nicht das KfW-Programm 433 »Zuschuss Brennstoffzelle«: Wie zuvor betreut die KfW diese spezielle Förderung, die neben der BEG läuft.

Hauptgebäude von KfW und BAFA
KfW und BAFA

Vorteile BEG WG und BEG NWG

Auch die BEG WG und BEG NWG bieten Vorzüge. Zum Beispiel winkt ein Bonus von 2,5 Prozent im Neubau und 5 Prozent bei einer Sanierung, wenn mindestens 55 Prozent der verbrauchten Wärme im Gebäude aus erneuerbaren Energien stammen (»Effizienzhaus EE«). Analog dazu können Zertifikate zur Nachhaltigkeit einen Zuschlag von 2,5 Prozent beim Neubau auslösen (»Effizienzhaus NH«). Bei Nichtwohngebäuden ist ebenfalls die Sanierung mit dem Bonus von 5 Prozent für Nachhaltigkeit verbunden. Bislang ist dieser Zuschlag von 5 Prozent nicht für Bestandsgebäude zu Wohnzwecken vorgesehen. Aber diese Einschränkung kann demnächst entfallen. Ohnehin können sich einige Bestimmungen zur BEG in den nächsten Monaten wandeln – zumal die Reform einem Marathon gleicht: »Mit der BEG sollen künftig noch stärkere Anreize für Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien und damit ein entscheidender Beitrag zur Erreichung der Energie- und Klimaziele 2030 im Gebäudesektor gesetzt werden«, heißt es auf der Website vom Wirtschaftsministerium.

Das Planungsbüro ENTECH informiert über die Entwicklungen zur BEG. Gerne sprechen wir mit Ihnen über die Konsequenzen der Reform. Außerdem bieten wir Ihnen über die Vorschriften hinaus hochwertige Energieberatung und Baubegleitung – sowohl nach den neuen Rahmenbedingungen als auch nach den Regeln für den Übergang.

20Okt/20
Paragrafenzeichen vor Mauer

Gebäudeenergiegesetz GEG und KfW Förderung

Das Energieeinspargesetz EnEG, die Energieeinsparverordnung EnEV und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz EEWärmeG fließen am 1. November 2020 in einem neuen Gesetz zusammen: An diesem Stichtag löst das Gebäudeenergiegesetz GEG die bisherigen drei Bestimmungen ab. Die KfW hat allerdings angekündigt, die Förderung im Segment »Energieeffizient Bauen und Sanieren« erst in den nächsten Monaten anzupassen.

Übergangszeit

In der Übergangszeit ab November können Antragsteller wählen, ob sie ihre Nachweise für Effizienzgebäude lieber nach den bisherigen Vorschriften der EnEV oder nach den künftigen Regeln vom GEG vorlegen. Allerdings müssen sie bei ihren Bauanträgen ausschließlich das GEG befolgen, denn die EnEV erlischt mit Ablauf des Monats Oktober und betrifft nur noch Altfälle. Die KfW wendet nach wie vor die EnEV an, sofern der Bauherr nicht das GEG bevorzugt. Bis 31. Oktober gilt ausschließlich die EnEV beim Online-Antrag (OA) oder bei der Bestätigung zum Antrag (BzA). Die KfW überarbeitet ihre Merkblätter, technischen Mindestanforderungen und weitere Dokumente bis voraussichtlich Mitte 2021. Ohnehin plant die Bundesregierung, die Förderprogramme zur energetischen Gebäudesanierung demnächst zu reformieren.

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Webinar zum GEG von Architects for Future

Geltung

Das GEG gilt für die meisten beheizten oder klimatisierten Gebäude. Wie die EnEV legt das GEG die Grenzwerte für die Gebäudehülle fest. Das Gesetz betrifft auch die technischen Einrichtungen für Beleuchtung, Heizung, Kühlung, Lüftung und Warmwasserbereitung. Diese Anlagen beeinflussen wiederum den Energiehaushalt des Gebäudes. So geht etwa der Stromverbrauch dieser Geräte in die Berechnung ein – zum Beispiel bei Heizkesseln, Heizungspumpen und Reglern. Ebenso muss das betroffene Gebäude die Vorgaben zum Luftaustausch und zur Vermeidung von Wärmebrücken erfüllen.

Sanierung mit Dämmung und rotem Klinker
Grenzwerte für Gebäudehülle

Kontinuität und Änderungen

Was bleibt von der bisherigen Rechtslage? Und was ändert sich?

  • Einheitliche Regeln
    Nach Ansicht der Bundesarchitektenkammer vereinfacht das GEG nicht die Vorschriften. Das Bundesinnenministerium nennt hingegen das GEG ein »modernes Gesetz« und meint: »Es wird ein einheitliches, aufeinander abgestimmtes Regelwerk für die energetischen Anforderungen an Neubauten, an Bestandsgebäude und an den Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteversorgung von Gebäuden geschaffen«.
  • Niedrigstenergiegebäude
    Deutsches Recht übernimmt jetzt eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates aus dem Jahr 2010. Danach müssen alle neuen Gebäude als sogenannte Niedrigstenergiegebäude entstehen. Dieser Standard wirkt sich in der Praxis nicht aus. Die Bundesregierung verzichtet auf weitere Anpassungen: Die bisherigen Anforderungen an das KfW-Effizienzhaus 55, 40 oder 40Plus liegen bereits höher als die Ansprüche an ein Niedrigstenergiegebäude, erläutert die Verbraucherzentrale: »Dabei hat ein KfW-Effizienzhaus 55 einen um 45 Prozent geringeren Bedarf an Primärenergie als ein Referenzgebäude nach dem Gebäudeenergiegesetz. Das KfW-Effizienzhaus 40 verbraucht noch weniger Energie«.
  • Entwicklung der Vorschriften
    Die Vorschriften werden derzeit nicht verschärft. Aber §9 GEG kündigt eine Überprüfung für das Jahr 2023 an. Für 2024 ist mit einem Gesetzesvorschlag »unter Wahrung des Grundsatzes der Technologieoffenheit« und »Bezahlbarkeit des Bauens und Wohnens« zu rechnen.
  • KfW Förderung entfällt bei Mindeststandards
    Die KfW fördert keinen Neubau, der lediglich die Mindeststandards nach GEG erfüllt.
  • Modellgebäudeverfahren
    Das Modellgebäudeverfahren erleichtert die Planung neuer Wohngebäude. Mitunter aufwändige und teure Extraberechnungen entfallen. Dazu legt das GEG die Anforderungen an den Wärmeschutz und zehn unterschiedliche Heizungsanlagen fest – solche Werte hat die EnEV nicht aufgeführt. Abhängig von den Varianten sind die verlangten Standards für Dämmung zu erkennen.
  • Erneuerbare Energien
    Bei Gebäuden der Öffentlichen Hand mit energetischem Renovierungsbedarf und generell bei Neubauten existiert schon die Pflicht, erneuerbare Energien zu nutzen oder Ersatzmaßnahmen zu realisieren. Künftig stehen weitere Alternativen etwa zur Solarthermie oder zu Wärmepumpen bereit: Biogas, Biomethan oder biogenes Flüssiggas in einem Brennwertkessel bei einem Deckungsanteil von mindestens 50 Prozent bieten die Chance, dieser Bestimmung zu folgen. Die Vorgaben lassen sich ebenso durch Nutzung von gebäudenah erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energien einhalten.
  • Primärenergiefaktoren
    Nach wie vor entscheidet der Jahresbedarf an Primärenergie, wie energieeffizient ein Gebäude ist. Dabei enthält die Primärenergie sämtliche Anteile für die Bereitstellung von Energie – vom Abbau der notwendigen Rohstoffe über den Transport bis zum Einsatz am Schluss. Nun regelt das GEG die Primärenergiefaktoren, die nahezu vollständig aus der Tabelle der DIN V 18599-1 stammen. Bauherren und Eigentümer verstehen leichter als früher die Berechnung des Primärenergiebedarfs.
  • Innovationsklausel
    §103 GEG enthält vorübergehende Ausnahmeregeln. Dieser Paragraf erlaubt häufig, die energetischen Anforderungen nicht durch den Nachweis zur Primärenergie zu erfüllen: Sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen können die Emissionen an Treibhausgasen und der zulässige Jahresbedarf an Endenergie als entscheidende Größen angesetzt werden. Die Innovationsklausel in diesem Abschnitt vom GEG unterstützt außerdem den Zusammenschluss von Bauherren und Eigentümern: Bei bestehenden Gebäuden können sie gemeinsam die Anforderungen innerhalb ihres Quartiers erfüllen. Bei Sanierungen bis Ende 2025 reicht es, dass die Mehrheit der Gebäude im Quartier insgesamt die Bedingungen einhält – sofern die beteiligten Bauherren und Eigentümer geschlossen die Maßnahmen vereinbart haben. Zusätzlich ermöglicht §107 GEG eine gemeinsame Wärmeversorgung im Quartier.
  • Öl- und Kohleheizungen
    Das GEG erschwert den Einbau von Öl- und Kohleheizungen ab 2026. Ohnehin ist spätestens nach 30 Jahren der Betrieb nicht mehr zulässig – abgesehen von Ausnahmen wie Niedertemperatur-Heizkesseln oder Brennwertkesseln.
  • Energieausweis
    Energieausweise für Gebäude müssen demnächst Angaben über die Emissionen von Kohlendioxid enthalten: Diese Zahlen resultieren aus dem Primärenergiebedarf oder Primärenergieverbrauch. Neue Mieter oder Käufer einer Immobilie erhalten demnach zusätzliche Informationen über die Klimawirkung.

KfW Förderprogramme

KfW Hauptgebäude
KfW Hauptsitz in Frankfurt am Main

Obwohl die KfW ihre Förderprogramme verzögert an das GEG angleicht, entsteht keine Förderlücke. Bauherren und Eigentümer genießen sogar Wahlfreiheit bei der Bilanzierung und den Nachweisen für Effizienzgebäude. Allerdings beurteilt das Online-Tool für die BzA manchmal die Daten nach GEG als unplausibel. Diese seltenen Fälle erzwingen eine Berechnung nach EnEV. Spätestens mit der Überarbeitung der Förderunterlagen verschwinden diese zeitweiligen Probleme. Die Umstellung betrifft die Programme:

  • 153 (Kredit) »Energieeffizient Bauen«
  • 431 (Zuschuss) »Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung«
  • 433 (Zuschuss) »Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle«
  • 151, 152 (Kredit) »Energieeffizient Sanieren – Kredit«
  • 430 (Zuschuss) »Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss«
  • 167 (Kredit) »Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit«
11Mai/20

BAFA Förderung »Heizen mit erneuerbaren Energien«

Seit Jahresbeginn gilt eine neue Richtlinie für die Förderung von »Heizen mit Erneuerbaren Energien«. Im Rahmen des sogenannten Marktanreizprogramms zahlt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA Zuschüsse für Maßnahmen im Bereich Heiztechnik.

Die in den letzten Jahren etablierte Förderung von Heizungsmaßnahmen z.B. über das Programm KfW “Energieeffizient Sanieren” 151/152 bzw. 430 ist seit Jahresbeginn vom BAFA übernommen, erweitert und in den Zuschüssen wesentlich erhöht worden. Die wichtigsten Merkmale möchten wir Ihnen darstellen und wichtige Dokumente zur Verfügung stellen (siehe Seitenende). In Bestandsgebäuden werden folgende Anlagen gefördert:

  • Solarthermieanlagen
  • Biomasseanlagen
  • effiziente Wärmepumpenanlagen
  • Erneuerbare Energien Hybridheizungen (»EE-Hybride«)
  • Gas-Hybridheizungen

Wird für eine der oberen Anlagen eine Ölheizung ersetzt, wird zusätzlich über ein “Ölaustauschprämie” gefördert. Auch in Neubauten ist eine Förderung möglich, allerdings nicht für Gas-Hybridheizungen.

Welche Techniken werden nun wie gefördert?
Um an die Zuschüsse zu gelangen, sind technische Mindestanforderungen und weitere Rahmenbedingungen einzuhalten, die im Einzelfall zu prüfen sind. Dazu beraten wir gerne. Zudem müssen auch neue Bezeichnungen wie “Gashybrid” verstanden werden. Hier nur das Wichtigste zum Verständnis sowie die Fördersätze:
Solarthermieanlagen
sind Solarkollektoren, die warmes Wasser für die Brauchwarmwassererwärmung oder Heizungsunterstützung liefern.
Der Investitionskostenzuschuss beträgt 35 %.
Biomasseanlagen
sind z.B. Holzpellets- oder Holzhackschnitzelanlagen.
Der Investitionskostenzuschuss beträgt 35 %, bei einem Ölheizungstausch 45%.
Wärmepumpenanlagen
bereiten Umweltwärme auf. Meist werden diese mit Strom betrieben, selten mit Gas.
Der Investitionskostenzuschuss beträgt 35 %, bei einem Ölheizungstausch 45%.
Erneuerbare Energien Hybridheizungen (»EE-Hybride«)
stellen eine Kombination der oben gelisteten Techniken dar. Einen gemeinsamen Betrieb einer der Techniken Biomasse, Solar oder Wärmepumpe heißt „bivalentes System“.
Der Investitionskostenzuschuss beträgt 35 %, bei einem Ölheizungstausch 45%.
„Gas-Hybridheizungen“
sind normale Gasbrennwertheizungen, die mit einer erneuerbaren Wärmeerzeugung gekoppelt werden. Die häufigste Kombination ist die mit einer Solaranlage. „Renewable Ready“ bedeutet, dass eine Gasbrennwertheizung gefördert wird, wenn einer erneuerbaren Wärmeerzeugung innerhalb von 2 Jahren nachgerüstet wird.
Gefördert wird nur im Gebäudebestand, nicht im Neubau!
Der Investitionskostenzuschuss beträgt 30 %, bei einem Ölheizungstausch 40%, „Renewable Ready“ mit 20%.

Details zum Verfahren
Wer wird gefördert? Im Grunde genommen „alle“: Privatpersonen, Wohnungseigentürmergemeinschaften, Kommunen etc., freiberuflich Tätige, Unternehmen, sonstige … gemeinnützige …
Siehe dazu im Detail in der Richtlinie selber.
Die Antragstellung erfolgt grundsätzlich vor der Auftragserteilung und digital über ein Portal beim BAFA. Wichtig dabei: „Förderfähig sind nur Maßnahmen, mit denen zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen worden ist. Als Vorhabenbeginn gilt der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrags. Planungsleistungen dürfen vor Antragstellung erbracht werden. Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Antrags beim BAFA.“

Was sind förderfähige Kosten? Mehr als nur die Kosten für die eigentliche Anlage!
Dies ist detailliert in einem separaten Dokument des BAFA geregelt.

ACHTUNG: Wenn Für Ihre alte Heizung eine Austauschpflicht gem. Energieeinsparverordnung (EnEV) § 10 besteht, erhalten Sie keine Förderung. Vereinfacht ausgedrückt wird es in diesem Sinne kritisch, wenn Ihre Heizung älter als 30 Jahre ist. Es gibt dazu aber weitere (Ausnahme-) Regeln. Dazu beraten wir gerne.

Kombination mit weiteren Förderprogrammen
Die »Kumulation« – so die Förderfachsprache für die Kombinierbarkeit – mit weiteren Förderprogrammen ist zulässig. Die wichtigsten sind:

  • „Energieeffizient Bauen“ (Programmnummer 153)
  • „Energieeffizient Sanieren“ – Ergänzungskredit“ (Programmnummer 167)

Nicht zulässig ist eine Kumulierung mit:

  • der Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden (§ 35 c Einkommenssteuergesetz)
  • „Energieeffizient Sanieren“ (151/152 bzw. 430). Dies war in Teilbereichen bis Ende 2019 möglich. Allerdings dürfen natürlich die Effizienzverbesserungen durch die Anlagen bei der Berechnung von Effizienzhauszielen berücksichtigt werden.

Das sind bei weitem noch nicht alle Programme, die bei der Altbausanierung, beim Neubau oder der Sanierung der Heizungsanlagentechnik in Frage kommen. Die Kumulierbarkeit ist zwar häufig möglich, folgt aber auch bestimmten Regeln. Im Rahmen von Energieberatungen werden Sie dazu ausführlich beraten, um Ihre Maßnahmen qualitativ und fördertechnisch zu optimieren.

Das sind z.B. für Gebäude in Münster:

  • Das „Proges“-Programm des Landes NRW mit Zuschüssen für diverse Anlagentechniken (zum Beispiel 90 €/qm Solarkollektorfläche)
  • Das neue Programm der Stadt Münster „Klimafreundliche Wohngebäude, ebenfalls mit Zuschüssen z.B. für Solarkollektoren etc.

Energieberatung
Für die eigentliche Antragsstellung benötigen Sie einige Unterlagen und Nachweise von Ihrem Fachunternehmer und vom Hersteller. Diese Details sowie viele andere Fördervoraussetzungen sind übersichtlich auf den Seiten des BAFA dargestellt. Eine Energieberatung oder einen sachverständigen Energieberater benötigen Sie bei diesem Programm nicht zwingend. Damit könnte die Sache erledigt sein und Sie erhalten hohe Zuschüsse.

Aber:

  • erreichen Sie damit das Optimum an Fördermitteln?
  • Ist die Anlage sinnvoll in das Gesamtgebäudesystem eingebunden?
  • Sind die Anlagenparameter korrekt ausgelegt?
  • Welche Heizungstechnik ist die passende?
  • Sollten vorher flankierende Dämmmaßnahmen durchgeführt werden?
  • Sind Sie hinreichend über die Betriebskosten einer neuen Anlage aufgeklärt? Bei Wärmepumpenanlagen beispielsweise können die Betriebskosten (Strom) höher sein als bei einer alten uneffizienten Ölheizungsanlage!

Ausgangspunkt sollte immer eine unabhängige Energieberatung sein. Wir erklären Ihnen gerne die Vorgehensweise. Für die Förderung durch das BAFA ist dies nicht zwingend notwendig, aber ohne fundierte Kenntnisse über Ihr Gebäude und Ihre Vorhaben ist keine Optimierung möglich. Das BAFA fördert die Beratung z.B. über die Programm Energieberatung Wohngebäude bzw. Nichtwohngebäude.

Hier stellen wir Ihnen wichtige prinzipielle Informationen zur Verfügung:

 

BAFA-Förderung 2020: Zuschusshöhen und Techniken
BAFA-Förderung 2020: Zuschusshöhen und Techniken