Beiträge zum Schlagwort: Klimaschutz

09Feb/21
Anstecknadel NRW

Förderprogramm »progres.nrw – Markteinführung« geht 2021 weiter

Nach einer dreimonatigen Pause nimmt die Bezirksregierung Arnsberg für 2021 wieder Förderanträge für das landesweit geltende Programm »progres.nrw – Markteinführung« an: Seit 04.02.21 warten Zuschüsse für den Einsatz moderner Technik zum Klimaschutz. Freiberufler, Gemeinden, kommunale Einrichtungen, Privatpersonen und Unternehmen erhalten diese Zuwendungen für Maßnahmen zur Energieeffizienz.

Unterstützung über »progres.nrw – Markteinführung« ist möglich für:

  • Lüftungsanlagen und Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung
  • gewerbliche Anlagen zur Verwertung von Abwärme
  • thermische Solaranlagen
  • stationäre elektrische Batteriespeicher in Verbindung mit einer neu zu errichtenden Fotovoltaikanlage – gefördert wird seit Mitte März 2020 der Batteriespeicher und das zum Betrieb erforderliche Batteriemanagementsystem
  • Wasserkraftanlagen
  • Wärmeübergabestationen
  • Biomasseanlagen in Verbindung mit einer thermischen Solaranlage
  • Wärme- und Kältespeicher
  • Wärme- und Kältenetze
  • oberflächennahe Geothermie – Bohrungen und Erdwärmekollektoren
  • Anlagen, Maßnahmen und Studien, an denen besonderes Landesinteresse besteht
  • Wohngebäude im Passivhaus-Standard einschließlich Lüftungsanlagen
  • Wohngebäude im Drei-Liter-Haus-Standard einschließlich Lüftungsanlagen

Die Bezirksregierung Arnsberg als verantwortliche Behörde für ganz NRW weist darauf hin, dass die Vorschriften genau zu beachten sind. So darf ein Antragsteller erst loslegen, wenn er den Bewilligungsbescheid in Händen hält: Bereits der Vertragsabschluss über den Kauf oder die Installation einer Anlage markiert die zeitliche Grenze, sodass die Kunden eine Reihenfolge für ihre Entscheidungen festlegen sollten. Spätestens am 20. November 2021 muss der Förderantrag der Bezirksregierung Arnsberg vorliegen: Danach ruht »progres.nrw – Markteinführung« erneut für einige Wochen oder Monate.

Dabei gelten bis auf Weiteres folgende Anpassungen der Förderkonditionen:

  • Batteriespeicher – Nummer 2.4 der Richtlinie:
    Absenkung des Fördersatzes für Batteriespeicher von 200 auf 150 Euro je kWh, Das maximal zulässige Verhältnis der Leistung der Photovoltaikanlage in kWp zur Batteriespeicherkapazität in kWh beträgt 1 zu 3 statt 1 zu 2, Förderhöchstgrenze: 75.000 Euro
  • Wärmeübergabestationen – Nummer 2.6 der Richtlinie:
    Vereinheitlichung des Fördersatzes für Wärmeübergabestationen auf 1.000 Euro je Anlage (bisher 1.500 oder 1.000 Euro je nach Anlagengröße),
    Unternehmen sind wieder antragsberechtigt
  • Biomasseanlagen – Nummer 2.7 der Richtlinie:
    Absenkung des Fördersatzes für Kombikessel (Hybridkessel) und Holzhackschnitzelkessel von 1.250 auf 1.000 Euro je Anlage; im Neubau werden nur noch Pelletkessel mit Brennwerttechnik, sowie wassergeführte Pelletöfen und Holzvergaseröfen gefördert
  • Geothermie – Erdwärmekollektoren – Nummer 2.10 der Richtlinie:
    Absenkung des Fördersatzes für Erdwärmekollektoren von 3,25 auf 3 Euro (Neubau) bzw. 6,50 auf 6 Euro (Bestandsbau) je m²
  • Wohngebäude – Passivhaus-Standard und Wohngebäude im Drei-Liter-Haus-Standard – Nummern 2.12/2.13 der Richtlinie:
    Förderung des Gebäudestandards nur noch innerhalb des Landesprojekts „100 Klimaschutzsiedlungen“
    Ein Link für die Antragstellung für diese Fördergegenstände wird Ihnen auf Anfrage direkt zugesandt.

Andererseits erleichtert progres.nrw die Kostenplanung, zumal dieses Förderprogramm mit Mitteln vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA und von der KfW Bankengruppe kombiniert werden kann – so lange die Summe der Zuwendungen nicht die Ausgaben für das Projekt überschreitet. Außerdem ist eine Bagatellgrenze einzuhalten: Die Förderung nach progres.nrw entfällt, falls das Vorhaben weniger als 350 € kostet. Geld aus progres.nrw fließt lediglich für Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen. Eine Reparatur, Ersatzmaßnahme, Ersatzteilbeschaffung sowie eine gesetzlich vorgeschriebene oder behördlich angeordnete Maßnahme ist von dieser Förderung ausgeschlossen. Nichtprivate Antragsteller müssen Förderhöchstgrenzen der EU und De-minimis-Regeln einhalten.

In einer Pressemitteilung betrachtet das NRW-Wirtschaftsministerium das Förderprogramm als Erfolg: »Mit rund 25.000 Zuwendungsbescheiden und einer Gesamtfördersumme von 49,3 Millionen Euro konnten fast dreimal so viele Anträge und insgesamt mehr als doppelt so viele Fördermittel wie im Vorjahr bewilligt werden. « Das Ministerium nennt geothermische Bohrungen, Batteriespeicher, Wohnungslüftungsanlagen und solarthermische Anlagen als bisherige Schwerpunkte von »progres.nrw – Markteinführung«.

Das Planungsbüro ENTECH informiert gerne über die Details und die Hürden von »progres.nrw – Markteinführung«. Vorab bietet der praktische Förder.Navi der EnergieAgentur.NRW einen Überblick von Förderprogrammen des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen.

15Mrz/20
Anstecknadel NRW

Förderprogramm »progres.nrw – Markteinführung« beendet Pause

Nach einer dreimonatigen Pause nimmt die Bezirksregierung Arnsberg wieder Förderanträge für das landesweit geltende Programm »progres.nrw – Markteinführung« an: Seit Februar warten Zuschüsse für den Einsatz moderner Technik zum Klimaschutz. Freiberufler, Gemeinden, kommunale Einrichtungen, Privatpersonen und Unternehmen erhalten diese Zuwendungen für Maßnahmen zur Energieeffizienz.

Unter dem Dach des Förderprogramms »progres.nrw« gilt für den Schwerpunkt »Markteinführung« eine eigene Richtlinie, die »Techniken zur Nutzung unerschöpflicher Energiequellen und der rationellen Energieverwendung« auf dem Markt durchsetzen soll. In Nordrhein-Westfalen sinkt durch dieses Förderprogramm der eigene Aufwand für eine Gebäudesanierung oder eine Nachrüstung energiesparender Anlagen.

Unterstützung über »progres.nrw – Markteinführung« ist möglich für:

  1. Lüftungsanlagen und Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung
  2. gewerbliche Anlagen zur Verwertung von Abwärme
  3. thermische Solaranlagen
  4. stationäre elektrische Batteriespeicher in Verbindung mit einer neu zu errichtenden Fotovoltaikanlage – gefördert wird seit Mitte März 2020 der Batteriespeicher und das zum Betrieb erforderliche Batteriemanagementsystem
  5. Wasserkraftanlagen
  6. Wärmeübergabestationen
  7. Biomasseanlagen in Verbindung mit einer thermischen Solaranlage
  8. Wärme- und Kältespeicher
  9. Wärme- und Kältenetze
  10. oberflächennahe Geothermie – Bohrungen und Erdwärmekollektoren
  11. Anlagen, Maßnahmen und Studien, an denen besonderes Landesinteresse besteht
  12. Wohngebäude im Passivhaus-Standard einschließlich Lüftungsanlagen
  13. Wohngebäude im Drei-Liter-Haus-Standard einschließlich Lüftungsanlagen
Mann in Schutzkleidung macht Notizen vor Anlage zur Abwärmenutzung
Anlage zur Abwärmenutzung
Blick auf Baustelle einer Gebäudesanierung zum Passivhaus
Sanierung zum Passivhaus

Die Bezirksregierung Arnsberg als verantwortliche Behörde für ganz NRW weist darauf hin, dass die Vorschriften genau zu beachten sind. So darf ein Antragsteller erst loslegen, wenn er den Bewilligungsbescheid in Händen hält: Bereits der Vertragsabschluss über den Kauf oder die Installation einer Anlage markiert die zeitliche Grenze, sodass die Kunden eine Reihenfolge für ihre Entscheidungen festlegen sollten. Spätestens am 20. November 2020 muss der Förderantrag der Bezirksregierung Arnsberg vorliegen: Danach ruht »progres.nrw – Markteinführung« erneut für einige Wochen oder Monate.

Andererseits erleichtert progres.nrw die Kostenplanung, zumal dieses Förderprogramm mit Mitteln vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA und von der KfW Bankengruppe kombiniert werden kann – so lange die Summe der Zuwendungen nicht die Ausgaben für das Projekt überschreitet. Außerdem ist eine Bagatellgrenze einzuhalten: Die Förderung nach progres.nrw entfällt, falls das Vorhaben weniger als 350 € kostet. Geld aus progres.nrw fließt lediglich für Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen. Eine Reparatur, Ersatzmaßnahme, Ersatzteilbeschaffung sowie eine gesetzlich vorgeschriebene oder behördlich angeordnete Maßnahme ist von dieser Förderung ausgeschlossen. Nichtprivate Antragsteller müssen Förderhöchstgrenzen der EU und De-minimis-Regeln einhalten.

In einer Pressemitteilung betrachtet das NRW-Wirtschaftsministerium das Förderprogramm als Erfolg: »Die Anzahl der bewilligten Zuwendungsbescheide ist von etwas über 7000 im Jahr 2017 auf über 8000 im Jahr 2018 angestiegen.« Im Jahr 2019 sei eine Gesamtfördersumme von rund 23,5 Millionen € für insgesamt 8700 Anträge ausgeschüttet worden, heißt es ein Jahr später. Das Ministerium nennt geothermische Bohrungen, Batteriespeicher, Wohnungslüftungsanlagen und solarthermische Anlagen als bisherige Schwerpunkte von »progres.nrw – Markteinführung«.

Das Planungsbüro ENTECH informiert gerne über die Details und die Hürden von »progres.nrw – Markteinführung«. Vorab bietet der praktische Förder.Navi der EnergieAgentur.NRW einen Überblick von Förderprogrammen des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen.

29Okt/19

“Der ehrbare Kaufmann wird grün” – Klimaschutz und Mobilität im Unternehmen

Wetterextreme, Fridays for Future und die Vorbereitung eines Klimaschutzgesetzes prägen die öffentliche Diskussion und werfen Fragen über Fragen auf: Schaffen wir den not-wendigen Wandel? Haben wir die Technologien dafür und braucht es nur noch der politischen Anreize? Oder würgen wir mit Verboten die Lust auf Veränderung und den Motor unserer Marktwirtschaft ab? Die absehbare Bepreisung von CO2 setzt das Thema ganz oben auf die Agenda der Unternehmen, die sich vielfach schon engagieren und zeigen, dass Klimaschutz machbar ist. Die Handlungsfelder für Betriebe wie für Konsumenten reichen von der Steigerung der Energieeffizienz, der Erzeugung und der Nutzung Erneuerbarer Energien bis hin zur energieeffizienten Gebäudenutzung. Neuen Schub gibt es bei dem bisher vernachlässigten Thema Mobilität. Hier ist das Spektrum der Zukunftskonzepte besonders groß. Während manche nur von nachhaltigen Techniklösungen für eine individuelle Mobilität sprechen, träumen andere davon, diese in urbanen Räumen ganz zurückzudrängen und so eine ganz neue Lebensqualität zu schaffen. Die Tagung zeigt, was Unternehmen bewirken können, welche Innovationskraft in unternehmerischer Verantwortung (Corporate Social Responsibility) steckt und wie man sie erschließen kann. Klimaschutzfragen und speziell die Mobilität von Unternehmen stehen dabei im Vordergrund: Welche Rahmenbedingungen und Anreize benötigen Unternehmen für eine betriebliche Verkehrswende? Wie gelingt die Elektrifizierung des Straßengüter-, Werk- und Auslieferungsverkehrs? Was ist bereits technisch und wirtschaftlich möglich? Was können Unternehmen konkret tun? Praxisberichte von Unternehmen bieten beispielhafte Umsetzungen in der Praxis und konkrete Handlungsanregungen für KMU. Zielgruppen der Tagung sind Unternehmen und deren Stake-holder. Dazu gehören gesellschaftliche Gruppen wie NGOs, Gewerkschaften, Hochschulen, Wirtschaftsvertreter (Kammern, Verbände und Unternehmerrunden) sowie die Politik.
In einem Ausstellungsforum stellen Kooperationspartner und Anbieter klimaschutzbezogene Angebote an Unternehmen vor. Im Außenbereich wird das Probefahren von E-Lastenrädern angeboten. Die Teilnahme ist kostenfrei. Aus räumlichen Gründen ist die Teilnehmerzahl begrenzt, es wird um Anmeldung bis zum 15. Oktober 2019 gebeten.
Das CSR-Kompetenzzentrum Münsterland wird getragen durch die Unternehmerinitiative future e.V. – verantwortung unternehmen. Das Vorhaben wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

18Okt/19
Alte Fenster mit beschädigten und schmutzigen Rahmen

Bundesregierung will Steuervorteile für Sanierungen in Gesetz schreiben

Die Bundesregierung hat Mitte Oktober beschlossen, energetische Sanierungen von selbst genutzten Wohngebäuden ab 1. Januar 2020 steuerlich zu fördern. Die bisherigen Kredit- und Zuschussprogramme sollen weiter laufen und alternativ zur Verfügung stehen.

Die Änderung im Steuerrecht gehört zu den Reformen des »Klimaschutzprogramms 2030«: Bereits Ende September enthielten die ersten »Eckpunkte« das Ziel, dass »Gebäudebesitzer aller Einkommensklassen« ihre Aufwendungen für Sanierungen steuerlich absetzen können. Jetzt will die Bundesregierung das Einkommensteuergesetz für »zu eigenen Wohnzwecken genutzte Gebäude« ergänzen, sofern sie mindestens zehn Jahre alt sind.

Danach können künftig 20 Prozent der Gesamtkosten für mehrere Einzelmaßnahmen von der Steuerschuld abgezogen werden – maximal 40.000 Euro pro Objekt, über drei Jahre nach festen Prozentsätzen verteilt. Die Arbeiten müssen vor dem 1. Januar 2030 abgeschlossen werden. Aber »Vollsanierungen sind mit dem Instrument der Steuerermäßigung nicht abgedeckt«, kritisierte die Verbraucherzentrale Bundesverband vzbv einen früheren Referentenentwurf aus dem Finanzministerium.

Als steuerlich abzugsfähige Einzelmaßnahmen gelten:

  1. Wärmedämmung von Wänden
  2. Wärmedämmung von Dachflächen
  3. Wärmedämmung von Geschossdecken
  4. Erneuerung der Fenster oder Außentüren
  5. Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage
  6. Erneuerung der Heizungsanlage
  7. Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung
  8. Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind

Der Paragraf zur energetischen Gebäudesanierung schließt Eigenleistungen aus: »Voraussetzung für die Förderung ist, dass die jeweilige energetische Maßnahme von einem Fachunternehmen ausgeführt wurde«. Welche Anforderungen solch ein Fachunternehmen erfüllen muss und welchen Standards die Einzelmaßnahmen folgen – das soll bald eine Verordnung klären, damit die steuerlichen Regeln der geplanten Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG entsprechen.

Lustige Figuren Handwerker
Sanierung steuerlich absetzen nur bei Einsatz von Fachunternehmen Bild: Alexas_Fotos | Pixabay

Diese Verordnung könnte nicht weit genug reichen, befürchtet die Verbraucherzentrale. Sie forderte in ihrer Stellungnahme beim Finanzministerium: »Darüber hinaus muss sichergestellt werden, dass die durchgeführten Maßnahmen bautechnisch beziehungsweise energietechnisch sinnvoll sind«. Mehrere Maßnahmen für ein Gebäude müssten aufeinander abgestimmt werden, so die vzbv: Ein Experte außerhalb des Fachunternehmens solle sie vorab »durch eine unabhängige Beratung als geeignet bestätigen«. Ob die angekündigte Verordnung diese vorgeschaltete Beratung verlangen wird, bleibt bislang offen.

Über eine zusätzliche Baubegleitung meint der Bundesverband der Gebäudeenergieberater, Ingenieure, Handwerker GIH auf Twitter: »#Energieberater muss bei Einzelmaßnahmen  (über KfW und steuerl. Abschreibung) durch Baubegleitung involviert bleiben. So wird mehr & besser saniert.«

Das Deutsche Energieberater-Netzwerk DEN erläutert in einer Pressemitteilung die aktuelle Situation: »Bereits heute können qualifizierte Handwerksunternehmen Einzelmaßnahmen im KfW-Programm gleichzeitig ausführen und Bestätigungen für eine Förderung erstellen«. Private Bauherren profitierten laut DEN von einer »Baubegleitung durch unabhängige Experten«, die bis jetzt über die KfW gefördert werde.

In einem Newsletter bestätigt das Wirtschaftsministerium, dass die Reform ausschließlich Einzelmaßnahmen betreffe: »Die komplette Sanierung von Gebäuden zu sogenannten Effizienzhäusern (solche mit besonders geringem Energiebedarf) wird auch weiterhin nur über die investiven Gebäudeprogramme des BMWi gefördert«.

Dagegen protestieren neun Verbände wie die Bundesarchitektenkammer, DEN, GIH und Verbraucherzentrale. In einem gemeinsamen »Appell an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie« meinen sie, dass die Einschränkung »umfassende Gesamtsanierungen schlechter« stelle und somit stärkeren Einsatz für den Klimaschutz bestrafe: Stattdessen sollten demnächst ebenso »Modernisierungen auf Effizienzhaus-Niveau – alternativ zu den KfW-Programmen und mit den gleichen Anforderungen und Förderhöhen – steuerlich gefördert werden«.

Neun Logos von Interessenvertretungen zur Energieberatung
Organisationen fordern Korrekturen für Wohngebäude im Klimaschutzprogramm

In der Pressemitteilung seines Netzwerks erwartet Hermann Dannecker aus dem DEN-Vorstand, dass die kommende Rechtsverordnung der Bundesregierung zu deutlichen Verbesserungen führe: Er hofft auf »seriöse, langfristige Randbedingungen«, die wiederum »hohe Kontinuität und Planbarkeit erlauben und dem Ziel des klimaschonenden Sanierens gerecht werden«.

Das Planungsbüro ENTECH hat den Eindruck gewonnen, dass die Diskussion über Gebäudesanierungen im »Klimaschutzprogramm 2030« nicht genügend eine vorgeschaltete Energieberatung aufgreift: Eine Baubegleitung hilft Gebäudebesitzern bei der Umsetzung. Aber eine rechtzeitige Koordination von Maßnahmen durch eine Energieberatung führt dazu, dass mehr Maßnahmen als geplant realisiert werden und der Kunde schließlich die laufenden Kosten stärker als erwartet senken kann. Zudem erfolgt eine Fördermitteloptimierung im Rahmen der Beratung. Die Stadt Münster hat in ihrem eigenen Förderprogramm gute Erfahrungen gemacht, zur Bewilligung einer Förderung zur Altbausanierung eine unabhängige BAFA-Energieberatung zu verlangen.

01Okt/19
Gebäude mit Gerüst für Sanierung

Neukonzeption der Förderung für Energieffizienz bei Gebäuden

Die Bundesregierung kündigt Steuererleichterungen für die energetische Sanierung von Gebäuden an, zum Beispiel für den Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Außenwänden. Außerdem fasst sie mehrere Förderprogramme zur neuen »Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG« zusammen. Dadurch soll die Belastung mit bürokratischen Pflichten schwinden: »Es wird nur noch ein Antrag für Effizienzmaßnahmen und Erneuerbare Energien genügen«, ist in den »Eckpunkten für das Klimaschutzprogramm 2030« vom 20. September 2019 zu lesen. Künftig fließen durch die BEG höhere Beträge an mehr Empfänger, und eine Prämie für den Austausch von Heizungen wird eingeführt.

Alternativ zu den Zuschüssen können »Gebäudebesitzer aller Einkommensklassen« den Steuerabzug wählen und damit »gleichermaßen von der Maßnahme profitieren«, heißt es in den Eckpunkten. Als steuerlich relevant gelten »Einzelmaßnahmen, die auch von der KfW als förderwürdig eingestuft sind«.

Die BEG löst bisherige Förderprogramme wie das »CO2-Gebäudesanierungsprogramm« ab. Wer solche Zuschüsse gegenüber der Unterstützung über die Steuern bevorzugt, kann mit einem zehn Prozentpunkte höheren Fördersatz für Einzelmaßnahmen wie auch für Effizienzhausstufen rechnen. Aus den derzeitigen Zuschüssen zum Beispiel im Programm 430 »Energieeffizient Sanieren« würden sich dann etwa die erhöhten Zuschüsse ergeben:

aktuellkünftig
Einzelmaßnahmen10%20%
Effizienzhaus 11515%25%
Effizienzhaus 5530%40%

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der »Deutschen Energie-Agentur dena«, sagt über die Regelungen: »Eine einfache, attraktive steuerliche Förderung von Sanierungsmaßnahmen als Alternative zur Kreditförderung sowie eine Anhebung der Förderung in den bisherigen Programmen war überfällig«.

Konventionelle Ölheizung in Blau mit Boiler

Ebenso will die Bundesregierung den Einbau von Ölheizungen ab 2026 verbieten – »in Gebäuden, in denen eine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist«. Bereits jetzt will das Klimakabinett ältere Ölheizungen zurückdrängen und dazu 40 Prozent der Kosten für den Wechsel auf andere Anlagen bezuschussen.

Die »Austauschprämie« soll Eigentümer motivieren, mit fossilen Brennstoffen wie Öl laufende Heizungen durch modernere Systeme zu ersetzen. Ziel ist die »Umstellung auf erneuerbare Wärme, oder, wo dies nicht möglich ist, auf effiziente hybride Gasheizungen, die anteilig Erneuerbare Energien einbinden«.

Bild: Konventionelle Ölheizung. Wusel007 | Lizenz CC BY-SA 3.0

Andreas Kuhlmann von der dena kritisiert »die Sonderregelung und -förderung zum Austausch von Gas- und Ölheizungen«. Anstelle dieser Belohnung bei Heizungen wünscht er »eine einfache, technologieoffene Lösung für alle grundlegenden Sanierungsmaßnahmen«, weil Eigentümer »Klarheit« für ihre Projekte benötigen.

29Mrz/19

Eine Frage der Gerechtigkeit: Klimaschutz solidarisch gestalten!

Der globale Klimawandel ist Realität und stellt die Lebensgrundlagen heutiger und zukünftiger Generationen überall auf der Welt in Frage. Der extrem heiße und trockene Sommer 2018 hat auch vielen Menschen in Deutschland und NRW die möglichen Auswirkungen des Klimawandels vor Augen geführt. Im Herbst wurden die Demonstrationen im Hambacher Wald zu einem Symbol für eine wachsende Klimaschutzbewegung in Deutschland.

LWL Museum für Kunst und Kultur, Münster

LWL Museum für Kunst und Kultur, Münster

Während der Weltklimarat in seinem Sonderbericht vom Oktober 2018 einen eindringlichen Appell an die Weltpolitik richtete, die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken, musste Deutschland erklären, die bis 2020 gesteckten Ziele bei der Reduktion der CO2 -Emissionen voraussichtlich zu verfehlen. Damit nachhaltiger Klimaschutz im nun entscheidenden Zeitfenster noch realisiert werden kann, sind Politik, Wirtschaft und die  Bürger_innen gleichermaßen gefordert, zeitnah umfassende Maßnahmen zu ergreifen.

Im Rahmen unseres Münsterlandgesprächs wollen wir im Dialog von Politik, Wissenschaft, Gewerkschaften, Interessensverbänden und aktiver Zivilgesellschaft fragen:

  • Welche konkreten Maßnahmen braucht es, damit nachhaltiger Klimaschutz im Großen wie im Kleinen gelingen kann?
  • Wie kann Klimaschutzpolitik solidarisch gestaltet werden und zugleich ökologisch und ökonomisch verträglich sein?
  • Mit welchen Instrumenten erreichen wir eine sozialverträgliche Energie- und Mobilitätswende und welche Zukunftschancen sind mit der Gestaltung des sozial-ökologischen Transformationsprozesses verbunden?

Die Friedrich-Ebert-Stiftung-Landesbüro NRW lädt ein.

15Jun/18

Stadt Münster startet neue Kampagne für mehr Klimaschutz im Juni 2018

Kampagne “Mucker mitmachen in der Klima-Mischpoke” bringt Münster in Bewegung
Wenn Münsters Kalinen, Seeger und Koten sich zusammentun, Flagge zeigen für mehr Klimaschutz und Freunde, Bekannte und Verwandte mit ins Boot holen, dann kann die bunte Klima-Mischpoke eine ganze Menge erreichen – für das eigene Umfeld und für die ganze Stadt. Darauf setzt das städtische Klimaschutz-Team mit seiner neuen Kampagne “Klima-Mischpoke”.

Fortsetzung

31Mrz/18

Münsteraner Energieberater fordern höhere Standards für Wärmedämmung

In Münster streiten Politiker verschiedener Parteien mit Experten über die Anforderungen an den Wärmedämmstandard von Gebäuden. Der Klimabeirat verlangt schärfere Anforderungen für Neubauten auf städtischem Boden und auf Grundstücken, die von der Stadt verkauft worden sind. Hingegen fordert u.a. die SPD-Ratsfraktion, alle städtischen Vorgaben für die Wärmedämmung zu streichen und künftig lediglich die schwächeren Bestimmungen der EU zu befolgen. Ähnlich positioniert sich auch die FDP dazu. Fortsetzung