01Okt/19
Gebäude mit Gerüst für Sanierung

Neukon­zep­tion der Förde­rung für Ener­gi­ef­fi­zienz bei Gebäuden

Die Bundes­re­gie­rung kündigt Steu­er­erleich­te­rungen für die ener­ge­ti­sche Sanie­rung von Gebäuden an, zum Beispiel für den Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Außen­wänden. Außerdem fasst sie mehrere Förder­pro­gramme zur neuen »Bundes­för­de­rung für effi­zi­ente Gebäude BEG« zusammen. Dadurch soll die Belas­tung mit büro­kra­ti­schen Pflichten schwinden: »Es wird nur noch ein Antrag für Effi­zi­enz­maß­nahmen und Erneu­er­bare Ener­gien genügen«, ist in den »Eckpunkten für das Klima­schutz­pro­gramm 2030« vom 20. September 2019 zu lesen. Künftig fließen durch die BEG höhere Beträge an mehr Empfänger, und eine Prämie für den Austausch von Heizungen wird einge­führt.

Alter­nativ zu den Zuschüssen können »Gebäu­de­be­sitzer aller Einkom­mens­klassen« den Steu­er­abzug wählen und damit »glei­cher­maßen von der Maßnahme profi­tieren«, heißt es in den Eckpunkten. Als steu­er­lich rele­vant gelten »Einzel­maß­nahmen, die auch von der KfW als förder­würdig einge­stuft sind«.

Die BEG löst bishe­rige Förder­pro­gramme wie das »CO2-Gebäu­de­sa­nie­rungs­pro­gramm« ab. Wer solche Zuschüsse gegen­über der Unter­stüt­zung über die Steuern bevor­zugt, kann mit einem zehn Prozent­punkte höheren Förder­satz für Einzel­maß­nahmen wie auch für Effi­zi­enz­haus­stufen rechnen. Aus den derzei­tigen Zuschüssen zum Beispiel im Programm 430 »Ener­gie­ef­fi­zient Sanieren« würden sich dann etwa die erhöhten Zuschüsse ergeben:

aktuellkünftig
Einzel­maß­nahmen10%20%
Effizienz­haus 11515%25%
Effizienz­haus 5530%40%

Andreas Kuhl­mann, Vorsit­zender der Geschäfts­füh­rung der »Deut­schen Energie-Agentur dena«, sagt über die Rege­lungen: »Eine einfache, attrak­tive steu­er­liche Förde­rung von Sanie­rungs­maß­nahmen als Alter­na­tive zur Kredit­för­de­rung sowie eine Anhe­bung der Förde­rung in den bishe­rigen Programmen war über­fällig«.

Konventionelle Ölheizung in Blau mit Boiler

Ebenso will die Bundes­re­gie­rung den Einbau von Ölhei­zungen ab 2026 verbieten – »in Gebäuden, in denen eine klima­freund­li­chere Wärme­er­zeu­gung möglich ist«. Bereits jetzt will das Klima­ka­bi­nett ältere Ölhei­zungen zurück­drängen und dazu 40 Prozent der Kosten für den Wechsel auf andere Anlagen bezu­schussen.

Die »Austausch­prämie« soll Eigen­tümer moti­vieren, mit fossilen Brenn­stoffen wie Öl laufende Heizungen durch moder­nere Systeme zu ersetzen. Ziel ist die »Umstel­lung auf erneu­er­bare Wärme, oder, wo dies nicht möglich ist, auf effi­zi­ente hybride Gashei­zungen, die anteilig Erneu­er­bare Ener­gien einbinden«.

Bild: Konven­tio­nelle Ölhei­zung. Wusel007 | Lizenz CC BY-SA 3.0

Andreas Kuhl­mann von der dena kriti­siert »die Sonder­re­ge­lung und -förde­rung zum Austausch von Gas- und Ölhei­zungen«. Anstelle dieser Beloh­nung bei Heizungen wünscht er »eine einfache, tech­no­lo­gie­of­fene Lösung für alle grund­le­genden Sanie­rungs­maß­nahmen«, weil Eigen­tümer »Klar­heit« für ihre Projekte benö­tigen.

25Sep/19
Gegensatz zwischen modernisierter und unsanierter Hausfassade

Bundes­re­gie­rung plant Pflicht zur Energie­beratung für Wohn­ge­bäude

Die Bundes­re­gie­rung will Eigen­tümer von Wohn­ge­bäuden verpflichten, dass sie »zu bestimmten Anlässen« eine Energie­beratung durch­führen lassen: Sie verlangt künftig eine indi­vi­du­elle Bera­tung durch einen Experten etwa bei einem Eigen­tü­mer­wechsel. Damit reichen die neuen Regeln weiter als die bishe­rigen Vorschriften zur Vorlage eines Ener­gie­aus­weises. Der Plan gehört zu den »Eckpunkten für das Klima­schutz­pro­gramm 2030« vom 20. September 2019.

Die gefor­derte Energie­beratung soll Eigen­tümer von Wohn­ge­bäuden finan­ziell nicht stärker belasten, heißt es in der Zusam­men­fas­sung des soge­nannten Klima­ka­bi­netts: »Die Kosten werden über die bestehenden Förder­pro­gramme gedeckt«. Das Bundes­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Energie will in seiner Kampagne »Deutsch­land macht’s effi­zient« stärker auf die Bedürf­nisse von Wohnungs­ei­gen­tü­mern eingehen und sie deut­li­cher infor­mieren, wie sie von der Energie­beratung und der ener­ge­ti­schen Moder­ni­sie­rung profi­tieren.

Diagramm: Ansatzpunkte für Energieberatung bei Wohngebäuden
Ansatz­punkte für Energie­beratung bei Wohn­ge­bäuden. Bild: dena

Bislang nennt die Bundes­re­gie­rung keine Details für die Ände­rungen bei der Energie­beratung und der Öffent­lich­keits­ar­beit über die Sanie­rungen, sondern erstellt zunächst eine Stra­tegie. Jürgen Leppig vom Bundes­ver­band »Gebäu­de­en­er­gie­be­rater, Inge­nieure, Hand­werker (GIH) e.V.« sagt über die Ankün­di­gungen: »Das Förder­pro­gramm ›Energie­beratung für Wohn­ge­bäude‹ präsen­tiert sich nicht nur deut­lich verbes­sert, sondern wird bei einschnei­denden Anlässen wie einem Eigen­tü­mer­wechsel auch verpflich­tend«. Der Vorsit­zende erwartet zudem, dass »mehr Haus­be­sitzer umfäng­lich beraten und mit ganz­heit­li­chen Konzepten für sinn­volle ener­ge­ti­sche Moder­ni­sie­rungen ausge­stattet werden«.

Dazu aus dem Klima­schutz­paket: »Die stagnie­rende Sanie­rungs­rate macht deut­lich, dass vielen Gebäu­de­ei­gen­tü­mern die Moti­va­tion fehlt, ihr Haus ener­ge­tisch sanieren zu lassen«. Daher soll die Energie­beratung durch folgende Maßnahmen gestärkt werden:
· Erhö­hung der Förde­rung in der „Energie­beratung für Wohn­ge­bäude (EBW)“ auf bis zu 80% Zuschuss (bislang 60%);
· Moder­ni­sie­rungs­emp­feh­lungen durch eine geför­derte Energie­beratung für die Erstel­lung eines Ener­gie­aus­weises (Bedarfs­aus­weis) nutzen;
· Energie­beratung anknüp­fend an Immis­si­ons­mes­sungen durch quali­fi­zierte Schorn­stein­feger adres­sieren;
· Weitere Anlässe für eine quali­fi­zierte Bera­tung nutzen (u.a. Heizungs­tausch, Nutzung von Syner­gie­ef­fekten mit barrie­re­freiem Umbau oder Einbruch­schutz).

Wir erwarten und hoffen, dass die Verant­wor­tung nach der Reform beim Bundesamt für Wirt­schaft und Ausfuhr­kon­trolle BAFA liegt – mit dem bewährten und unkom­pli­zierten Förder­pro­gramm »Vor-Ort-Bera­tung«: Bereits jetzt erhalten zum Beispiel Eigen­tümer einen Zuschuss, wenn sie frei­willig einen Auftrag für ihr Wohn­ge­bäude einem zuge­las­senen Ener­gie­be­rater erteilen.

Beitrags­bild in der Seiten­leiste: Gegen­satz zwischen moder­ni­sierter und unsa­nierter Haus­fas­sade. KfW-Bild­ar­chiv | photothek.net

09Apr/19
Schriftzug Stadtweinhaus auf Sandsteinaussenfassade, dadrunter Zettel mit Hinweis auf die Veranstaltung Verleihung Gütesiegel Altbausanierung

Münster: Verlei­hung Güte­siegel Altbau­sa­nie­rung

Am 25.03.2019 fand im Fest­saal des histo­ri­schen Rathauses der Stadt Münster die feier­liche Über­gabe von Güte­sie­geln Altbau­sa­nie­rung statt.

Für eine Auszeich­nung mit dem Gebäu­de­gü­te­siegel muss bei der Sanie­rung des Gebäudes der aktu­elle Sanie­rungs­stan­dard der Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung erreicht werden: „Die darin fest­ge­schrie­benen Anfor­de­rungen an die ener­ge­ti­sche Qualität der Gebäu­de­hülle (Trans­missions­wärme­ver­lust H´T) dürfen das Niveau eines vergleich­baren Neubaus um maximal 40 % über­schreiten“ bedeutet, dass die Dämmungen (Wände, Dächer, Böden, Keller­de­cken, Fenster und Türen) im Mittel­wert höchs­tens 40 % schlechter sein dürfen als bei einem Neubau. Ehrgei­zige Ziel­set­zung? Ja, aber bei ganz­heit­li­cher Sanie­rung eines Gebäudes häufig erreichbar. Häufig dann auch besser als ein Neubau! Infor­ma­tionen zum Güte­siegel bei der Stadt Münster.

Baustelle eines Einfamlienwohnhaus, von unten hoch wird der alte verputzte Bau neu verklinkert und gedämmt
Hoch­wer­tige und vorbild­liche Sanie­rung eines Einfa­mi­li­en­wohn­hauses der 50er Jahre: diesmal nicht mit einem Wärme­dämm­ver­bund­system (WDVS), sondern mit Kern­däm­mung und Neuver­klin­ke­rung.

Wir sind stolz, denn 3 von 6 Bauherren, die am diesem Abend Ihre Gütesiegel–Auszeichnung von Stadtrat Peck vor Publikum entge­gen­nehmen konnten, sind Kunden von Entech: zwei Einfa­mi­li­en­häuser und ein Mehr­fa­mi­li­en­wohn­haus sind zu Effi­zi­enz­häu­sern saniert worden. Der Ener­gie­ver­brauche konnte in diesen Fällen um bis zu 70 % redu­ziert werden! Die Maßnahmen sind durch die Stadt Münster und die KfW geför­dert worden.

Dämmung funk­tio­niert, so die Antworten der Bauherren auf die Frage nach dem Warum der Sanie­rungen. Und auch: „Oma fror immer im Haus“, „kein Schimmel mehr in unseren Liegen­schaften“, „christ­liche Verant­wor­tung für Umwelt und die jüngere Genera­tion“, „Heiz­kosten für die Mieter gesenkt“.

Blick auf Bühne des Festsaals, Publikum im Vordergrund, Stadtrat Peck am Rednerpult
Vorträge zur Klim­schutz­stra­tegie der Stadt Münster und über Erneu­er­bare Ener­gien

Prof. Dr. Ing. K. Mertens berichtet anschlie­ßend über die Anfänge der Foto­voltaik und die Einfüh­rung der kosten­de­ckenden Vergü­tung vor ca. 20 Jahren. Die Poten­tiale der erneu­er­baren Ener­gien, insbe­son­dere der Foto­voltaik, sind riesig und bei weitem noch nicht ausge­schöpft. Tech­nisch steht uns alles zur Verfü­gung, was zur Reali­sie­rung der gesetzten Klima­schutz­ziele nötig ist. Es sind keine tech­ni­schen Hemm­nisse, die uns davon abhalten.

Flan­kiert wurde die Preis­ver­lei­hung durch Vorträge über Klima­schutz. Stadtrat Peck stellt die Klima­schutz­stra­tegie der Stadt Münster dar und es wird deut­lich, dass in allen Lebens­be­rei­chen gehan­delt werden muss und mit den heute zur Verfü­gung stehenden Tech­niken gehan­delt werden kann. Peck verlässt nach dem Vortrag die Veran­stal­tung, um sich mit Vertre­tern von Fridays­for­fu­ture zu treffen.

Stadtrat Peck am Rednerpult
„Güte­siegel Altbau­sa­nie­rung: Ein Beitrag zum Master­plan 100 % Klima­schutz der Stadt Münster mit dem Ziel, bis 2050 klima­neu­tral zu sein“ so Stadtrat Peck.

Meine persön­liche Bilanz aus dem Abend in Bezug auf die aktu­elle Diskus­sion um Klima­schutz und Fridays­for­fu­ture : wir müssen nicht darauf warten, dass Schüler Physik lernen und Erfinder werden. Alles für die Lösung liegt seit Jahr­zehnten schon fertig vor uns: umsetzen, machen, handeln, enga­gieren, poli­ti­sieren … auf die Straße! Erneu­er­bare Ener­gien in Verbin­dung mit Ener­gie­effi­zienz können das fossile Welt­wirt­schafts­system tech­nisch gesehen sofort ablösen! Nichts Neues eigent­lich, denn schon 1995 beschrieb z.B. Hennicke in seinem Buch „Faktor Vier : doppelter Wohl­stand – halbierter Natur­ver­brauch“ diese Zusam­men­hänge.“

03Apr/19
Bild von Schaufenster mit Verkaufsprozenten und als Schriftzug "KfW295 April2019"

Ener­gie­effi­zienz und Prozess­wärme – KfW 295 aktuell April 2019

Die KfW weist auf Ände­rungen im Programm »Ener­gie­effi­zienz und Prozess­wärme aus Erneu­er­baren Ener­gien in der Wirt­schaft – Kredit« (295) hin, die mit sofor­tiger Wirkung für alle neuen Anträge gelten.
Die Förder­be­din­gungen verbes­sern sich. Ebenso erfolgen Klar­stel­lungen:

Fort­set­zung
18Mrz/19

KfW veröf­fent­licht Fach­un­ter­neh­mer­er­klä­rungen zum Programm 295

Die KfW veröf­fent­licht über das Part­ner­portal weitere Details zum Programm »Ener­gie­effi­zienz und Prozess­wärme aus erneu­er­baren Ener­gien in der Wirt­schaft – Kredit (295)« für Vorhaben zur Stei­ge­rung der Ener­gie­effi­zienz und zum Einsatz erneu­er­barer Wärme­tech­no­logie in der Wirt­schaft. Seit 18.03.2019 stehen die notwen­digen Fach­un­ter­neh­mer­er­klä­rungen für die Module 1 und 3 zur Verfü­gung (Down­load siehe unten).

Fort­set­zung
02Mrz/19
Gegenüberstellung: sanierte und unsanierte Fassade

ENTECH: zerti­fi­ziert als KfW Ener­gie­be­rater für Denk­male

ENTECH berät Sie nicht nur, sondern stellt Ihnen auch die notwen­digen Bestä­ti­gungen zum KfW-Antrag aus, die Sie brau­chen, um die Förde­rung zu bean­tragen. Außer­dem führen wir die ener­getische Fach­pla­nung und quali­fizierte Baube­glei­tung durch, zu 50 Prozent geför­dert wiederum über das KfW-Programm 431.

Fort­set­zung
22Feb/19
Tpyische ungedämmte Schulfassade

NEU: Auszeich­nungs­pro­jekt „Ener­gie­ef­fi­zi­ente Nicht­wohn­ge­bäude in NRW“

Das Minis­te­rium für Wirt­schaft, Inno­va­tion, Digi­ta­li­sie­rung und Energie des Landes Nord­rhein-West­falen hat heute gemeinsam mit der EnergieAgentur.NRW das Auszeich­nungs­pro­jekt „Ener­gie­ef­fi­zi­ente Nicht­wohn­ge­bäude in Nord­rhein-West­falen – Schulen und Büro­ge­bäude“ ins Leben gerufen, um vorbild­liche ener­gie­ef­fi­zi­ente Gebäude zu iden­ti­fi­zieren und auszu­zeichnen.

Fort­set­zung
19Feb/19
Herausforderung Schulsanierung: Fensteraustausch mit oder ohne Aussenwanddämmmung und was ist mit der Lüftung?

Kommu­nale Gebäude – BAFA fördert Energie­beratung zu 80 %

Das Förder­pro­gramm des Bundes­mi­nis­te­riums für Wirt­schaft und Energie (BMWi) Förde­rung von Ener­gie­be­ra­tungen für Nicht­wohn­ge­bäude bietet Kommunen und gemein­nüt­zigen Orga­ni­sa­tionen (wie z. B. Kirchen) die Möglich­keit, eine unab­hän­gige und zerti­zierte Ener­gie­be­ra­tungs­leis­tung zu nutzen – zum Beispiel für die Erstel­lung eines ener­ge­ti­schen Sanie­rungs­kon­zepts aber auch für den Neubau von Nicht­wohn­ge­bäuden, d. h. Schulen, Kinder­gärten, Rathäuser etc.

Fort­set­zung