Gebäude mit Gerüst für Sanierung

Neukon­zep­tion der Förde­rung für Ener­gi­ef­fi­zienz bei Gebäuden

Die Bundes­re­gie­rung kündigt Steu­er­erleich­te­rungen für die ener­ge­ti­sche Sanie­rung von Gebäuden an, zum Beispiel für den Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Außen­wänden. Außerdem fasst sie mehrere Förder­pro­gramme zur neuen »Bundes­för­de­rung für effi­zi­ente Gebäude BEG« zusammen. Dadurch soll die Belas­tung mit büro­kra­ti­schen Pflichten schwinden: »Es wird nur noch ein Antrag für Effi­zi­enz­maß­nahmen und Erneu­er­bare Ener­gien genügen«, ist in den »Eckpunkten für das Klima­schutz­pro­gramm 2030« vom 20. September 2019 zu lesen. Künftig fließen durch die BEG höhere Beträge an mehr Empfänger, und eine Prämie für den Austausch von Heizungen wird einge­führt.

Alter­nativ zu den Zuschüssen können »Gebäu­de­be­sitzer aller Einkom­mens­klassen« den Steu­er­abzug wählen und damit »glei­cher­maßen von der Maßnahme profi­tieren«, heißt es in den Eckpunkten. Als steu­er­lich rele­vant gelten »Einzel­maß­nahmen, die auch von der KfW als förder­würdig einge­stuft sind«.

Die BEG löst bishe­rige Förder­pro­gramme wie das »CO2-Gebäu­de­sa­nie­rungs­pro­gramm« ab. Wer solche Zuschüsse gegen­über der Unter­stüt­zung über die Steuern bevor­zugt, kann mit einem zehn Prozent­punkte höheren Förder­satz für Einzel­maß­nahmen wie auch für Effi­zi­enz­haus­stufen rechnen. Aus den derzei­tigen Zuschüssen zum Beispiel im Programm 430 »Ener­gie­ef­fi­zient Sanieren« würden sich dann etwa die erhöhten Zuschüsse ergeben:

aktuellkünftig
Einzel­maß­nahmen10%20%
Effizienz­haus 11515%25%
Effizienz­haus 5530%40%

Andreas Kuhl­mann, Vorsit­zender der Geschäfts­füh­rung der »Deut­schen Energie-Agentur dena«, sagt über die Rege­lungen: »Eine einfache, attrak­tive steu­er­liche Förde­rung von Sanie­rungs­maß­nahmen als Alter­na­tive zur Kredit­för­de­rung sowie eine Anhe­bung der Förde­rung in den bishe­rigen Programmen war über­fällig«.

Konventionelle Ölheizung in Blau mit Boiler

Ebenso will die Bundes­re­gie­rung den Einbau von Ölhei­zungen ab 2026 verbieten – »in Gebäuden, in denen eine klima­freund­li­chere Wärme­er­zeu­gung möglich ist«. Bereits jetzt will das Klima­ka­bi­nett ältere Ölhei­zungen zurück­drängen und dazu 40 Prozent der Kosten für den Wechsel auf andere Anlagen bezu­schussen.

Die »Austausch­prämie« soll Eigen­tümer moti­vieren, mit fossilen Brenn­stoffen wie Öl laufende Heizungen durch moder­nere Systeme zu ersetzen. Ziel ist die »Umstel­lung auf erneu­er­bare Wärme, oder, wo dies nicht möglich ist, auf effi­zi­ente hybride Gashei­zungen, die anteilig Erneu­er­bare Ener­gien einbinden«.

Bild: Konven­tio­nelle Ölhei­zung. Wusel007 | Lizenz CC BY-SA 3.0

Andreas Kuhl­mann von der dena kriti­siert »die Sonder­re­ge­lung und ‑förde­rung zum Austausch von Gas- und Ölhei­zungen«. Anstelle dieser Beloh­nung bei Heizungen wünscht er »eine einfache, tech­no­lo­gie­of­fene Lösung für alle grund­le­genden Sanie­rungs­maß­nahmen«, weil Eigen­tümer »Klar­heit« für ihre Projekte benö­tigen.