Gegensatz zwischen modernisierter und unsanierter Hausfassade

Bundes­re­gie­rung plant Pflicht zur Energie­beratung für Wohn­ge­bäude

Die Bundes­re­gie­rung will Eigen­tümer von Wohn­ge­bäuden verpflichten, dass sie »zu bestimmten Anlässen« eine Energie­beratung durch­führen lassen: Sie verlangt künftig eine indi­vi­du­elle Bera­tung durch einen Experten etwa bei einem Eigen­tü­mer­wechsel. Damit reichen die neuen Regeln weiter als die bishe­rigen Vorschriften zur Vorlage eines Ener­gie­aus­weises. Der Plan gehört zu den »Eckpunkten für das Klima­schutz­pro­gramm 2030« vom 20. September 2019.

Die gefor­derte Energie­beratung soll Eigen­tümer von Wohn­ge­bäuden finan­ziell nicht stärker belasten, heißt es in der Zusam­men­fas­sung des soge­nannten Klima­ka­bi­netts: »Die Kosten werden über die bestehenden Förder­pro­gramme gedeckt«. Das Bundes­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Energie will in seiner Kampagne »Deutsch­land macht’s effi­zient« stärker auf die Bedürf­nisse von Wohnungs­ei­gen­tü­mern eingehen und sie deut­li­cher infor­mieren, wie sie von der Energie­beratung und der ener­ge­ti­schen Moder­ni­sie­rung profi­tieren.

Diagramm: Ansatzpunkte für Energieberatung bei Wohngebäuden
Ansatz­punkte für Energie­beratung bei Wohn­ge­bäuden. Bild: dena

Bislang nennt die Bundes­re­gie­rung keine Details für die Ände­rungen bei der Energie­beratung und der Öffent­lich­keits­ar­beit über die Sanie­rungen, sondern erstellt zunächst eine Stra­tegie. Jürgen Leppig vom Bundes­ver­band »Gebäu­de­en­er­gie­be­rater, Inge­nieure, Hand­werker (GIH) e.V.« sagt über die Ankün­di­gungen: »Das Förder­pro­gramm ›Energie­beratung für Wohn­ge­bäude‹ präsen­tiert sich nicht nur deut­lich verbes­sert, sondern wird bei einschnei­denden Anlässen wie einem Eigen­tü­mer­wechsel auch verpflich­tend«. Der Vorsit­zende erwartet zudem, dass »mehr Haus­be­sitzer umfäng­lich beraten und mit ganz­heit­li­chen Konzepten für sinn­volle ener­ge­ti­sche Moder­ni­sie­rungen ausge­stattet werden«.

Dazu aus dem Klima­schutz­paket: »Die stagnie­rende Sanie­rungs­rate macht deut­lich, dass vielen Gebäu­de­ei­gen­tü­mern die Moti­va­tion fehlt, ihr Haus ener­ge­tisch sanieren zu lassen«. Daher soll die Energie­beratung durch folgende Maßnahmen gestärkt werden:
· Erhö­hung der Förde­rung in der „Energie­beratung für Wohn­ge­bäude (EBW)“ auf bis zu 80% Zuschuss (bislang 60%);
· Moder­ni­sie­rungs­emp­feh­lungen durch eine geför­derte Energie­beratung für die Erstel­lung eines Ener­gie­aus­weises (Bedarfs­aus­weis) nutzen;
· Energie­beratung anknüp­fend an Immis­si­ons­mes­sungen durch quali­fi­zierte Schorn­stein­feger adres­sieren;
· Weitere Anlässe für eine quali­fi­zierte Bera­tung nutzen (u.a. Heizungs­tausch, Nutzung von Syner­gie­ef­fekten mit barrie­re­freiem Umbau oder Einbruch­schutz).

Wir erwarten und hoffen, dass die Verant­wor­tung nach der Reform beim Bundesamt für Wirt­schaft und Ausfuhr­kon­trolle BAFA liegt – mit dem bewährten und unkom­pli­zierten Förder­pro­gramm »Vor-Ort-Bera­tung«: Bereits jetzt erhalten zum Beispiel Eigen­tümer einen Zuschuss, wenn sie frei­willig einen Auftrag für ihr Wohn­ge­bäude einem zuge­las­senen Ener­gie­be­rater erteilen.

Beitrags­bild in der Seiten­leiste: Gegen­satz zwischen moder­ni­sierter und unsa­nierter Haus­fas­sade. KfW-Bild­ar­chiv | photothek.net