BAFA Förde­rung »Heizen mit erneu­er­baren Ener­gien«

Seit Jahres­be­ginn gilt eine neue Richt­linie für die Förde­rung von »Heizen mit Erneu­er­baren Ener­gien«. Im Rahmen des soge­nannten Markt­an­reiz­pro­gramms zahlt das Bundesamt für Wirt­schaft und Ausfuhr­kon­trolle BAFA Zuschüsse für Maßnahmen im Bereich Heiz­technik.

Die in den letzten Jahren etablierte Förde­rung von Heizungs­maß­nahmen z.B. über das Programm KfW »Ener­gie­ef­fi­zient Sanieren« 151/​152 bzw. 430 ist seit Jahres­be­ginn vom BAFA über­nommen, erwei­tert und in den Zuschüssen wesent­lich erhöht worden. Die wich­tigsten Merk­male möchten wir Ihnen darstellen und wich­tige Doku­mente zur Verfü­gung stellen (siehe Seiten­ende). In Bestands­ge­bäuden werden folgende Anlagen geför­dert:

  • Solar­ther­mie­an­lagen
  • Biomas­se­an­lagen
  • effi­zi­ente Wärme­pum­pen­an­lagen
  • Erneu­er­bare Ener­gien Hybrid­hei­zungen (»EE-Hybride«)
  • Gas-Hybrid­hei­zungen

Wird für eine der oberen Anlagen eine Ölhei­zung ersetzt, wird zusätz­lich über ein »Ölaus­tausch­prämie« geför­dert. Auch in Neubauten ist eine Förde­rung möglich, aller­dings nicht für Gas-Hybrid­hei­zungen.

Welche Tech­niken werden nun wie geför­dert?
Um an die Zuschüsse zu gelangen, sind tech­ni­sche Mindest­an­for­de­rungen und weitere Rahmen­be­din­gungen einzu­halten, die im Einzel­fall zu prüfen sind. Dazu beraten wir gerne. Zudem müssen auch neue Bezeich­nungen wie »Gashy­brid« verstanden werden. Hier nur das Wich­tigste zum Verständnis sowie die Förder­sätze:
Solar­ther­mie­an­lagen
sind Solar­kol­lek­toren, die warmes Wasser für die Brauch­warm­was­ser­er­wär­mung oder Heizungs­un­ter­stüt­zung liefern.
Der Inves­ti­ti­ons­kos­ten­zu­schuss beträgt 35 %.
Biomas­se­an­lagen
sind z.B. Holz­pel­lets- oder Holz­hack­schnit­zel­an­lagen.
Der Inves­ti­ti­ons­kos­ten­zu­schuss beträgt 35 %, bei einem Ölhei­zungs­tausch 45%.
Wärme­pum­pen­an­lagen
bereiten Umwelt­wärme auf. Meist werden diese mit Strom betrieben, selten mit Gas.
Der Inves­ti­ti­ons­kos­ten­zu­schuss beträgt 35 %, bei einem Ölhei­zungs­tausch 45%.
Erneu­er­bare Ener­gien Hybrid­hei­zungen (»EE-Hybride«)
stellen eine Kombi­na­tion der oben gelis­teten Tech­niken dar. Einen gemein­samen Betrieb einer der Tech­niken Biomasse, Solar oder Wärme­pumpe heißt „biva­lentes System“.
Der Inves­ti­ti­ons­kos­ten­zu­schuss beträgt 35 %, bei einem Ölhei­zungs­tausch 45%.
„Gas-Hybrid­hei­zungen“
sind normale Gasbrenn­wert­hei­zungen, die mit einer erneu­er­baren Wärme­er­zeu­gung gekop­pelt werden. Die häufigste Kombi­na­tion ist die mit einer Solar­an­lage. „Rene­wable Ready“ bedeutet, dass eine Gasbrenn­wert­hei­zung geför­dert wird, wenn einer erneu­er­baren Wärme­er­zeu­gung inner­halb von 2 Jahren nach­ge­rüstet wird.
Geför­dert wird nur im Gebäu­de­be­stand, nicht im Neubau!
Der Inves­ti­ti­ons­kos­ten­zu­schuss beträgt 30 %, bei einem Ölhei­zungs­tausch 40%, „Rene­wable Ready“ mit 20%.

Details zum Verfahren
Wer wird geför­dert? Im Grunde genommen „alle“: Privat­per­sonen, Wohnungs­ei­gen­tür­mer­ge­mein­schaften, Kommunen etc., frei­be­ruf­lich Tätige, Unter­nehmen, sons­tige … gemein­nüt­zige …
Siehe dazu im Detail in der Richt­linie selber.
Die Antrag­stel­lung erfolgt grund­sätz­lich vor der Auftrags­er­tei­lung und digital über ein Portal beim BAFA. Wichtig dabei: „Förder­fähig sind nur Maßnahmen, mit denen zum Zeit­punkt der Antrag­stel­lung noch nicht begonnen worden ist. Als Vorha­ben­be­ginn gilt der Abschluss eines der Ausfüh­rung zuzu­rech­nenden Liefe­rungs- oder Leis­tungs­ver­trags. Planungs­leis­tungen dürfen vor Antrag­stel­lung erbracht werden. Maßgeb­lich ist das Eingangs­datum des Antrags beim BAFA.“

Was sind förder­fä­hige Kosten? Mehr als nur die Kosten für die eigent­liche Anlage!
Dies ist detail­liert in einem sepa­raten Doku­ment des BAFA gere­gelt.

ACHTUNG: Wenn Für Ihre alte Heizung eine Austausch­pflicht gem. Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung (EnEV) § 10 besteht, erhalten Sie keine Förde­rung. Verein­facht ausge­drückt wird es in diesem Sinne kritisch, wenn Ihre Heizung älter als 30 Jahre ist. Es gibt dazu aber weitere (Ausnahme-) Regeln. Dazu beraten wir gerne.

Kombi­na­tion mit weiteren Förder­pro­grammen
Die »Kumu­la­tion« – so die Förder­fach­sprache für die Kombi­nier­bar­keit – mit weiteren Förder­pro­grammen ist zulässig. Die wich­tigsten sind:

  • Ener­gie­ef­fi­zient Bauen“ (Programm­nummer 153)
  • Ener­gie­ef­fi­zient Sanieren“ – Ergän­zungs­kredit“ (Programm­nummer 167)

Nicht zulässig ist eine Kumu­lie­rung mit:

  • der Steu­er­ermä­ßi­gung für ener­ge­ti­sche Maßnahmen bei zu eigenen Wohn­zwe­cken genutzten Gebäuden (§ 35 c Einkom­mens­steu­er­ge­setz)
  • Ener­gie­ef­fi­zient Sanieren“ (151÷152 bzw. 430). Dies war in Teil­be­rei­chen bis Ende 2019 möglich. Aller­dings dürfen natür­lich die Effi­zi­enz­ver­bes­se­rungen durch die Anlagen bei der Berech­nung von Effi­zi­enz­haus­zielen berück­sich­tigt werden.

Das sind bei weitem noch nicht alle Programme, die bei der Altbau­sa­nie­rung, beim Neubau oder der Sanie­rung der Heizungs­an­la­gen­technik in Frage kommen. Die Kumu­lier­bar­keit ist zwar häufig möglich, folgt aber auch bestimmten Regeln. Im Rahmen von Ener­gie­be­ra­tungen werden Sie dazu ausführ­lich beraten, um Ihre Maßnahmen quali­tativ und förder­tech­nisch zu opti­mieren.

Das sind z.B. für Gebäude in Münster:

  • Das „Proges“-Programm des Landes NRW mit Zuschüssen für diverse Anla­gen­tech­niken (zum Beispiel 90 €/​qm Solar­kol­lek­tor­fläche)
  • Das neue Programm der Stadt Münster „Klima­freund­liche Wohn­ge­bäude, eben­falls mit Zuschüssen z.B. für Solar­kol­lek­toren etc.

Energie­beratung
Für die eigent­liche Antrags­stel­lung benö­tigen Sie einige Unter­lagen und Nach­weise von Ihrem Fach­un­ter­nehmer und vom Hersteller. Diese Details sowie viele andere Förder­vor­aus­set­zungen sind über­sicht­lich auf den Seiten des BAFA darge­stellt. Eine Energie­beratung oder einen sach­ver­stän­digen Ener­gie­be­rater benö­tigen Sie bei diesem Programm nicht zwin­gend. Damit könnte die Sache erle­digt sein und Sie erhalten hohe Zuschüsse.

Aber:

  • errei­chen Sie damit das Optimum an Förder­mit­teln?
  • Ist die Anlage sinn­voll in das Gesamt­ge­bäu­de­system einge­bunden?
  • Sind die Anla­gen­pa­ra­meter korrekt ausge­legt?
  • Welche Heizungs­technik ist die passende?
  • Sollten vorher flan­kie­rende Dämm­maß­nahmen durch­ge­führt werden?
  • Sind Sie hinrei­chend über die Betriebs­kosten einer neuen Anlage aufge­klärt? Bei Wärme­pum­pen­an­lagen beispiels­weise können die Betriebs­kosten (Strom) höher sein als bei einer alten unef­fi­zi­enten Ölhei­zungs­an­lage!

Ausgangs­punkt sollte immer eine unab­hän­gige Energie­beratung sein. Wir erklären Ihnen gerne die Vorge­hens­weise. Für die Förde­rung durch das BAFA ist dies nicht zwin­gend notwendig, aber ohne fundierte Kennt­nisse über Ihr Gebäude und Ihre Vorhaben ist keine Opti­mie­rung möglich. Das BAFA fördert die Bera­tung z.B. über die Programm Energie­beratung Wohn­ge­bäude bzw. Nicht­wohn­ge­bäude.

Hier stellen wir Ihnen wich­tige prin­zi­pi­elle Infor­ma­tionen zur Verfü­gung:

BAFA-Förderung 2020: Zuschusshöhen und Techniken
BAFA-Förde­rung 2020: Zuschuss­höhen und Tech­niken